Reden Kinder bald mit?

Beteiligung der Jugend in Wittinger Politik rückt wohl näher

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Kinderstadtplan von 2008: In den letzten Jahren wurden Kinder und Jugendliche höchstens punktuell in die Lokalpolitik eingebunden – das soll anders werden. 

Wittingen – Was würden Kinder tun, wenn sie selbst Bürgermeister wären? Wie wohl fühlen sie sich in ihrem Heimatort, und auf welche Weise würden sie ihn gern mitgestalten?

Das sind Fragen, mit denen eine Stadt sich beschäftigen muss, wenn sie sich am Programm von „Kinderfreundliche Kommune e.V. “ beteiligen will, ein Verein, der von UNICEF und dem Deutschen Kinderhilfswerk initiiert wurde. Nicht ausgeschlossen, dass Wittingen sich jetzt auf diesen Weg macht. .

Denn politischer Konsens ist es, eine Beteiligungsform zu finden, die es Kindern und Jugendlichen erlaubt, bei lokalpolitischen Prozessen ihre Interessen einzubringen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und dabei natürlich unterschiedlich intensiv. Die städtische Jugendförderung empfahl dem Sozialausschuss in dessen jüngster Sitzung das Modell von UNICEF/DHKW – und die Stadtpolitiker waren nicht abgeneigt.

„Wie ernst meinen wir das?“ Diese Frage müsse man sich stellen, sagte Helene Rausch, Leiterin der Jugendförderung, und skizzierte verschiedene Möglichkeiten der Beteiligung. Bei dem Programm „Kinderfreundliche Kommune“ müsse man zwar auch etwas investieren, dafür gebe es aber auch eine professionelle Betreuung. In einer vierjährigen Phase, in der das Programm für die Bedürfnisse der Kommune maßgeschneidert wird, würden jedes Jahr 4000 Euro fällig.

Friedrich Lührs (FWG) nannte das Ziel, Kinder und Jugendliche zu beteiligen, absolut unterstützenswert, er erinnerte aber auch an Erfahrungen mit dem Jugendparlament in den neunziger Jahren. Man habe es mit einem schmalen Altersbereich zu tun, daher sei es wichtig, die Beteiligung dann auch stets wach zu halten.

Auch Vertreter aller anderen Fraktionen sahen die Pläne als positiv an. Eckhard Meyer (CDU) fragte, welche Manpower für solch ein Projekt nötig wäre. Gleichzeitig sah der Knesebecker es aber auch als eine Aufgabe der politischen Parteien an, junge Menschen für die Lokalpolitik zu interessieren.

Der künftige Stadtbürgermeister Andreas Ritter begrüßte die Überlegungen des Ausschusses – Kinderfreundlichkeit sei schließlich auch im Leitbild verankert. Er regte an, einen Beschluss zu vertagen und zur nächsten Sitzung des Ausschusses einen Vertreter von „Kinderfreundliche Kommune e.V.“ einzuladen. Das stieß auf einhellige Zustimmung.

Dass Kinder und Jugendliche mitreden wollen, zeigt sich nicht nur an der aktuellen Klima-Diskussion – auch die jüngste Shell-Studie hat erst kürzlich wieder den mehrheitlichen Wunsch der Jugend nach Beteiligung verdeutlicht.

VON HOLGER BODEN

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