25 mal „Job to go“

Besuch der Arbeitsmarktbörse in Wittingen lohnt sich für einige Besucher umgehend

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70 Prozent der auf der Börse vertretenen Firmen kamen aus dem Nordkreis. Für 2016 ist die nächste Auflage im Nordkreis geplant – wieder in der Stadthalle.

Wittingen. Für rund 25 Menschen hat sich der Besuch der Ausbildungs- und Arbeitsmarktbörse gestern in der Wittinger Stadthalle ganz besonders gelohnt: Sie bekamen vom Fleck weg einen Job angeboten, die Formalitäten müssen noch geklärt werden.

31 Unternehmen waren der Einladung der Arbeitsagentur und des Jobcenters Gifhorn gefolgt, welche die Veranstaltung in Kooperation mit der Stadt Wittingen ausrichteten.

Sehen in der Börse eine Stärkung des Nordkreises: Wilfried Reihl (v.l.), Karl Ridder, Gerald Witt, Dr. Andreas Ebel und Torsten Wrede (Arbeitgeber-Service).

Der Großteil der Besucher hatte sich im Vorfeld einen Termin für das Gespräch mit seinem Wunschbetrieb besorgt. Jobcenter-Geschäftsführer Wilfried Reihl bezifferte die Zahl der Anmeldungen auf rund 300. Inklusive spontaner Interessenten dürften gestern bis zu 500 Menschen in die Stadthalle gekommen sein, die auf der Suche nach einer Arbeit oder einer Lehrstelle sind.

Auch wenn an seinem Stand der Vormittag mit Anmeldungen ziemlich „durchgetaktet“ war – Carsten Kamke, Leiter der gewerblich-technischen Ausbildung bei Butting in Knesebeck, freute sich auch über die unangemeldeten Besucher: „Eine Bewerbung abgeben, Präsenz zeigen – das finde ich klasse.“

Ganz klar: In Zeiten rückläufiger Bewerberzahlen sind die Unternehmen im Nordkreis auf der Suche nach geeigneten (Nachwuchs-)Kräften. Bei Butting etwa wolle man 2016 voraussichtlich wieder bis zu 35 Ausbildungsplätze besetzen.

Große Einstellungschancen bietet nach wie vor auch der Pflegebereich. Bei der Ambulanten Krankenpflege Bettina Harms waren schon eine Stunde nach der Eröffnung der Börse drei Kandidatinnen gefunden, die nun hospitieren und sich dann auch gute Hoffnungen auf einen Arbeitsvertrag machen dürfen. Auch für Bewerber über 40 Jahren gebe es in der Branche Perspektiven, betonte Ausbildungskoordinatorin Karin Thieß.

Bernd Speckhahn, Chef des gleichnamigen Radenbecker Metallbetriebes, hat gute Erfahrungen mit Berufsbörsen – in Gifhorn hat er schon mal drei passende Bewerber gefunden. Auch gestern gab es gute Gespräche mit Blick auf die Ausbildung ab August 2016 (vier junge Leute werden gesucht), doch Speckhahn betonte auch: „Die Entscheidung fällt nicht hier“, das Ganze müsse man in Ruhe auswerten. So gut wie fündig wurde dagegen schon der DRK-Kreisverband: Fachbereichsleiter Ralf Fricke meldete die „so gut wie sichere“ Verpflichtung einer Sozialarbeiterin für das Flüchtlingslager in Ehra-Lessien. Gerald Witt, Chef der Helmstedter Arbeitsagentur, sprach von einer „Win-Win-Situation“, die die Börse für Betriebe und Bewerber erzeuge. Wie Witt sahen auch Stadtbürgermeister Karl Ridder und Landrat Dr. Andreas Ebel in der Veranstaltung eine Stärkung des Nordkreises. Ebel: „So lassen sich im Nordkreis Perspektiven bieten und die Menschen hier halten.“ Der Arbeitsverwaltung war das einiges an Manpower wert: Die Gespräche an den Ständen wurden von 31 Mitarbeitern der Arbeitsagentur und des Jobcenters fachlich begleitet.

Von Holger Boden

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