ZGB stellt Konzept vor - „Besser als der Status quo“

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Im Regionalbahnkonzept 2014+, dass die ZGB-Leitung gestern in der Braunschweiger Stadthalle dem Ausschuss für Regionalverkehr präsentierte, soll der Gifhorner Nordkreis von einer besseren Vertaktung am Bahnhof in der Kreisstadt profitieren.

Braunschweig – Von André Pohlmann. Einen verbesserten Nahverkehr auf der Schiene im Großraum Braunschweig skizzierten der Direktor des Zweckverbands Großraum Braunschweig (ZGB) Hennig Brandes und ZGB-Verkehrsentwicklungsplaner Dr. Norbert Wolff in der Sitzung des ZGB-Ausschusses für Regionalverkehr gestern in Braunschweig. Als eine „sehr gute Alternative“ zum Vorgängerkonzept Regio-Stadtbahn (RSB) bezeichnete Brandes das neue, unter der Bezeichnung „Regionalbahn 2014+“ firmierende Konzept.

Vom Durchqueren der Braunschweiger Innenstadt und einer Verknüpfung der Regionalbahn mit dem Braunschweiger Stadtbahnverkehr, was im Vorgänger-Projekt noch zu den zentralen Elementen zählte, rücken die Planer inzwischen vollends ab. Doch der „Systemwechsel“ bringe auch Vorteile, die eine RSB nicht erreicht hätte, erläuterte der Verbandschef. Besonderes Augenmerk lege man auf die Verknüpfung an Knotenpunkten in Mittelzentren wie Gifhorn oder Goslar. Den „starken Verkehrsbeziehungen“ zwischen dem Nordkreis Gifhorn und der Stadt Wolfsburg werde beispielsweise durch eine optimierte Vertaktung der Anschlüsse am Gifhorner Bahnhof Rechnung getragen, unterstrich Brandes.

Für die Kommunen bedeutet das neue Konzept – so es denn beschlossen wird – eine Entlastung . Für den Ausbau der Infrastruktur einschließlich der Haltestationen komme zu 75 Prozent das Land auf. Man habe dazu bereits positive Signale aus Hannover bekommen, so ZGB-Mann Wolff. Das verbleibende Viertel trage der Zweckverband, so lautet zumindest der Vorschlag der ZGB-Verwaltung. Im Vorgänger-Konzept RSB sollten die Kommunen noch zehn Prozent der Kosten für den Umbau ihrer Bahnhöfe tragen.

Ziel ist der Betriebsstart mit mindestens stündlicher Zugtaktung im Dezember 2014. Die dafür unerlässlichen Baumaßnahmen sollen in einem ersten Maßnahmenpaket ab 2013 umgesetzt werden. Dazu zählen der Ausbau zweigleisiger Streckenabschnitte bei Bad Bodenteich und bei Röttgesbüttel. Für die Betriebsaufnahme nicht unbedingt erforderliche Baumaßnahmen an Strecken und Stationen werden in einem zweiten Paket nachgezogen. Die Anschlussfähigkeit an eine – möglicherweise später doch noch realisierbare – Regional-Stadtbahn soll gewahrt bleiben.

Begeisterungsstürme rief das Konzept unter den Ausschussmitgliedern erwartungsgemäß nicht hervor. Einig war man sich zumindest darin, dass die Regionalbahn in der angestrebten Form zumindest „besser als der Status quo“ sei. Gleichzeitig war aus verschiedenen politischen Lagern die Forderung zu vernehmen, sich von der Vision der RSB noch nicht vollends zu verabschieden, sondern die Möglichkeit weiter offen zu halten.

Heute lädt der Verband die breite Öffentlichkeit zu einer Informationsveranstaltung über das neue Bahnkonzept in der Braunschweiger Stadthalle ein. Beginn ist um 17 Uhr.

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