Wildunfälle: Sprecher von Polizei und Jägern warnt / Gefahr auch tagsüber

„Besonders krasse Zeit“

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In der momentanen „Blattzeit“, jagen Rehböcke hormongesteuert den Ricken hinterher – auch über Straßen. Foto: dpa

Wittingen. Autofahrer im Isenhagener Land sollten aktuell sehr vorsichtig fahren: Das Rehwild befindet sich in der sogenannten „Blattzeit“, Böcke jagen hormongesteuert Ricken hinterher, um sich mit ihnen zu paaren.

„Es gibt ganz, ganz viele Rehunfälle im Moment“, warnt Thomas Reuter, Pressesprecher der Polizeiinspektion Gifhorn sowie der Kreisjägerschaft. Zu insgesamt 690 Wildunfällen ist es im ersten Halbjahr im Landkreis insgesamt berereits gekommen – kurioserweise exakt die Zahl des Vorjahres.

Das besondere an der Blattzeit: Für Autofahrer ist es auch tagsüber gefährlich. Rehe sind tagaktiv, auch die „Lockflucht“ der Ricken spielt sich deswegen tagsüber ab – ohne, dass das das Wild Rücksicht auf den Straßenverkehr nimmt. „Gefährlich ist es nicht nur in der Dämmerung“, stellt Reuter klar.

Noch in den nächsten drei Wochen gelte es, seine Fahrweise hierauf abzustimmen, dann endet die Blattzeit. „Man muss ganz, ganz aufmerksam fahren. Weniger im Wald, sondern vor allem zwischen freien Flächen, also Ackerflächen, Feldern und Wiesen“, erklärt Reuter.

Im Falle eines Falles empfiehlt der Experte, dem Wild oder anderen Tieren nicht auszuweichen. Denn gerade dadurch käme es üblicherweise zu besonders schweren Unfällen. Beispielsweise, wenn ein Auto gegen einen Baum gelenkt würde. „Bremsen und auf der Straße bleiben“, rät Reuter, um besonders schwere Folgen zu vermeiden.

Nach einem Unfall gilt: Die Unfallstelle mit Warnschild oder -blinker sichern und die Polizei informieren. Hierführ kann immer auch die Notfallnummer 110 genutzt werden.

Von Steffen Kahl

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