„Es war ein besonderes Erlebnis“

Wittingen: Mark Bialas und Merlin Beyer ziehen überwältigendes Fazit nach ihrer Tour

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Sogar bis nach Rostock führte ihre Tour die beiden Freunde. 

Wittingen – Neben fast 400 zurückgelegten Kilometern im Rahmen ihrer „Mut zu reden- Tour 2019“, haben zwei Wittinger IGS-Schüler unvergessliche und wegweisende Eindrücke im Gepäck. Mark Bialas und Merlin Beyer haben sich vom 8. bis zum 13. Juli mit ihrem Fahrrad von Goslar nach Rostock aufgemacht.

Sie wollten über Depressionen sprechen und den Betroffenen Mut machen (das IK berichtete).

Der Stolz und die Erleichterung, ein solch anspruchsvolles Projekt zusammen gemeistert zu haben, steht den beiden Bald-Neuntklässlern ins Gesicht geschrieben. „Wir sind total glücklich, dass es so gut gelaufen ist“, beschreibt Mark Bialas. „Es war wirklich besonders“, findet auch Merlin Beyer. „So viele Menschen sind auf uns zu gekommen und haben ihre Geschichten erzählt.“

Die beiden Schüler haben in verschiedenen Städten Halt gemacht, um mit Politikern und Experten über das Thema Depressionen zu sprechen. Sie kamen auch mit Betroffenen ins Gespräch. „Wir wollen das Thema aus der Tabu-Ecke holen. Man muss darüber reden“, erklären die Vierzehnjährigen.

Es waren gelungene, wenn auch anstrengende sechs Tage. „Wir saßen schon so sieben bis acht Stunden am Tag auf dem Fahrrad. Aber trotzdem fiel es mir leichter, als ich dachte“, erklärt Merlin Beyer. Zuvor hätte ihn sein Umfeld vor den Bergen gewarnt, die ihn auf der Strecke begegnen würden. Zum Problem wurden sie für ihn aber nicht.

Auch Mark Bialas war klar, dass ein ganz schön sportliches Programm warten würde. „Aber darum geht es ja auch ein bisschen bei diesem Projekt. Neben der Botschaft, die wir im Gepäck haben, ist es auch für uns eine große Aufgabe. Das Team rund um die World Youth Expedition hat uns zwar mit all ihrer Erfahrung beraten. Gewisse Fehler bei der Tour gehen aber auch auf unsere Kappe. Das ist auch gut so, denn nur so kann man etwas lernen.“ Er spielt auf Navigation und das richtige Zeitgefühl an. Es hätte beide Jungen weiter gebracht. „Wir sind auf jeden Fall an dieser Tour gewachsen“, bestätigt auch sein Freund.

Familie, Freunde und Unterstützer hätten sich angeschlossen, um mit ihnen einen Teil der Strecke zufahren. „Diese Unterstützung war schön“, findet Merlin Beyer. Freunde und Schulkameraden hielten Banner hoch und feuerten sie an.

Unterstützung von Freunden: Merlin Beyer (l.) und Mark Bialas konnten auf positiven Rückhalt zählen.

Die Jungen brachten das Thema Depressionen in weiten Teilen Norddeutschlands auf den Tisch. „Ich glaube, dass wir unser Ziel auf jeden Fall erreicht haben. Viele Leute haben mit uns über das Thema gesprochen. Manche haben sogar über ihre eigene Situation geredet“, sagte Mark Bialas. Sein Schulkamerad teilt seinen Eindruck. „Die Leute interessierte die Geschichte zu unserem Projekt.“

Auch in Zukunft wird die „Mut zu reden Tour 2019“ eine Rolle spielen. Die zwei Schüler sind mit Helene Rausch, Leiterin der Wittinger Jugendförderung in Gesprächen. Auch die IGS plane, den Inhalt der Tour im Unterricht aufzugreifen. Bei Mark Bialas und Merlin Beyer wird die Tour wohl auch persönlich noch lange nachwirken. „Das werden wir so schnell nicht vergessen“, sind sich die beiden Schüler einig. Sie würden das Projekt jederzeit wiederholen.

VON HILKE BENTES

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