Spielzeugwerkstatt in Wittingen führt Flüchtlinge an Arbeitsmarkt heran

Beschäftigung und Werte

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Auch eine kleine Näherei gibt es bereits. Hier sind es Areej Oeshta (v.l.) und Iman Atiyah, die mit Näharbeiten beschäftigt sind.

Wittingen. Nach Helmstedt, Gifhorn und Peine gibt es sie jetzt auch in Wittingen – die „Spielzeugwerkstatt international“. Sie ist ein Projekt der MSM Soziales gUG mit Sitz in Helmstedt und 100-prozentige Tochter der MSM BildungsGmbH Gifhorn.

„Wir haben im ehemaligen IKK-Gebäude an der Spittastraße sehr gute Räumlichkeiten gefunden und arbeiten dort seit dem 1. März“, berichtet Projektleiterin Uschi Schüller.

Die Spielzeugwerkstatt sammelt gebrauchtes Spielzeug, repariert es und gibt es an bedürftige Kinder im Landkreis Gifhorn weiter. Hauptanliegen der Einrichtung ist es, erwachsenen Flüchtlingen aus nicht sicheren Herkunftsländern eine sinnvolle und gemeinwohlorientierte Beschäftigung zu bieten. „Gleichzeitig führen wir diese Menschen an den Arbeitsmarkt heran, vermitteln ihnen Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und das Einhalten von Absprachen“, unterstreicht Geschäftsführerin Bettina Stechert.

Die Holzwerkstatt ist Männerdomäne. Gerade sind Zaunlatten im Programm, die mit viel Eifer gebaut werden. 

Derzeit werden in Wittingen 29 Flüchtlinge sechs Monate lang für jeweils fünf Stunden am Tag betreut. Sie arbeiten in verschiedenen Gruppen an Projekten. „Es wird nicht nur Spielzeug repariert“, sagte Mohamad Jurmaa, der als übergeordneter Projektleiter alle vier Einrichtungen betreut. So haben die Flüchtlinge für Wittingen bereits zwei Hochbeete und einen Zaun gebaut sowie den Eingangsbereich neu gestaltet. Im Gebäude wurden zudem eine kleine Näherei, eine Holzwerkstatt und eine Malwerkstatt eingerichtet.

Zudem kommen die Teilnehmer – die meisten stammen aus Afrika – täglich für ein bis zwei Stunden im neu geschaffenen „Schulungsraum für deutsche Kommunikation“ zusammen. „Dort werden ihnen deutsche Normen und Werte vermittelt, die sie im Privat- und im Arbeitsleben benötigen“, sagt Schüller. Auch das Auskommen mit dem Einkommen ist ein Thema.

Im Schulungsraum für deutsche Kommunikation werden deutsche Normen und Werte vermittelt. Hier werden auch die Projekte besprochen.

Der Bedarf an solchen Plätzen ist groß. „50 Flüchtlinge stehen noch auf der Warteliste“, weiß Schüller. Derzeit werden die Flüchtlinge in Wittingen von drei Mitarbeitern betreut. Zusätzliches hauptamtliches Personal, das möglichst Französisch spricht, soll für Wittingen und Gifhorn noch akquiriert werden.

Die Spielzeugwerkstatt sucht für ihre Arbeit gebrauchtes Spielzeug, Wolle, Puzzle, Werkzeuge aller Art und Lagerregale. Die Spenden können täglich von 8 bis 14 Uhr abgegeben werden. Größere Spenden werden auch abgeholt. Nähere Infos unter (05831) 2522983 oder (0151) 28915587.

Von Rüdiger Lange

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