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Bekenntnis des Energieversorgers zum Standort Wittingen

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Von: Holger Boden

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Vor der Kulisse des Wittinger Rathauses sind Bauabreiten auf dem Gelände der LSW zu sehen.
Bis zum Winter soll der Rohbau der neuen Werkstatt stehen. Bis April 2023 soll – sofern die äußeren Umstände mitspielen – alles fertig sein, auch der Umbau der Villa (links im Bild). © Boden, Holger

Wittingen – Die LSW gibt ihrer Präsenz in Wittingen ein neues Gesicht. Das Kundenzentrum an der Bahnhofstraße zieht ein Haus weiter und wird bei der Gelegenheit zusammen mit anderen Räumen modernisiert, die Lehrwerkstatt bekommt einen Neubau. Insgesamt sollen rund 1,5 Millionen Euro investiert werden. Für LSW-Geschäftsführerin Sybille Schönbach ist das auch ein Bekenntnis des Energieversorgers zum Standort: „Wir setzen weiterhin auf die Nähe zum Kunden.“

Wer bei der LSW auf den Hof fährt, der passiert linker Hand das, was firmenintern gern als „blaue Villa“ bezeichnet wird. Dieses Gebäude war früher einmal die Keimzelle der Energieversorgung im Nordkreis – ältere Bürger erinnern sich noch an den dort residierenden Energieverband Wittingen „EVW“. Nach einer Zeit der Nutzung durch eine Physiotherapie-Praxis steht das Erdgeschoss seit Längerem leer.

Nun zieht die LSW in dieses Haus, das ihr nach wie vor gehört, wieder ein. Das hat auch damit zu tun, dass das nebenan liegende, aktuell genutzte Gebäude mit Kundenzentrum und Lehrwerkstatt im Laufe der Jahre zu groß geworden ist für die in Wittingen vorhandene Belegschaft. Die Monteure etwa finden sich nur noch selten an dem Standort ein und starten stattdessen morgens in der Regel von zu Hause direkt zu ihren Einsatzstellen.

In der Villa soll deshalb ein passgenaues Domizil eingerichtet werden, das die Anforderungen des Unternehmens im 21. Jahrhundert abbildet, wie Kerstin Schackel, Bereichsleiterin für Bau und Projekte, erläutert: Im Zuge der Sanierung sollen moderne Büros sowie Besprechungs- und Werkstatträume entstehen, fit für digitalisiertes Arbeiten, mit neuen Sanitärräumen und zeitgemäßer Dämmung, das alles nach außen hin auch dokumentiert durch eine neue Fassade.

„Für uns ist das Standortsicherung – wir wollen auch künftig für die Kunden vor Ort greifbar sein, in einem modernen Gebäude“, sagt Schönbach. Die Räume des Kundenservices werden direkt vom Fußweg aus erreichbar sein.

Das zweite große Standbein in Wittingen ist – und bleibt – die Lehrwerkstatt. In ihr werden unter der Ägide von Werkstattleiter Ingo Lilje die Nachwuchskräfte der LSW zum „Elektroniker für Betriebstechnik“ ausgebildet. Bislang im großen Gebäude auf rund 150 Quadratmeter untergebracht, zieht die Werkstatt in einen etwa gleich großen, einstöckigen Neubau mit Flachdach um, der auf dem Innenhof entsteht und mit einem Verbindungsgang an die „Villa“ andockt. „Das ist ein tolles Signal“, findet Lilje. „Hier wird in die Zukunft investiert.“ Pro Lehrjahr bietet die LSW sechs Plätze in dem Ausbildungsberuf. Insgesamt hat die LSW derzeit 63 Auszubildende. Die Aussichten, anschließend im Unternehmen bleiben zu können, sind für die jungen Leute glänzend.

In der Lehrwerkstatt wird mit klassischen Tätigkeiten „vom Feilen bis zur Montage“ (Lilje) ein Fundament gelegt, gleichzeitig gehört auch der digitale Fortschritt zu den Ausbildungsinhalten.

Zudem handelt es sich bei den angehenden Elektronikern um diejenigen Mitarbeitenden, die bei künftigen Stürmen ausrücken und dafür sorgen, dass nach einem Leitungsschaden die Stromversorgung möglichst schnell wieder hergestellt wird. Auch das steht in Wittingen auf dem Lehrplan. Lilje: „Wir können natürlich nicht mal eben zu Ausbildungszwecken einem Ort den Strom abstellen – aber wir können das hier simulieren.“

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