Werbung für Elektromobilität beim Klimagipfel / Weiter wenig E-Zulassungen im Landkreis

Der Beitrag der Region in Paris

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Die Kraft der Blumen: Ein Hippie-Bulli der Serie T1 ist Blickfang am Stand der Metropolregion in Paris. Deren Vertreter sind allerdings mit einem E-Golf von Hannover an die Seine gereist.

Paris/Wittingen. Der Klimagipfel in Paris geht ohnehin jeden an – für das Isenhagener Land hat die UN-Konferenz aber auch eine regionale Komponente.

Denn die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg – zu der unter anderem auch die Stadt Wittingen gehört – hat sich dort vom 4. Dezember bis zum heutigen Donnerstag im Rahmen der Begleitveranstaltung „Solutions COP 21“ mit ihren Ideen zur Elektromobilität präsentiert.

„Wir wollen in Paris mit unseren Partnern zeigen, dass Elektromobilität auch in Deutschland als eine Lösung zur Bekämpfung des Klimawandels vorangetrieben wird“, sagte Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion. Im Grand Palais unweit der Champs Elysées stellen neben der Metropolregion internationale Verbände und multinationale Konzerne Ansätze gegen den Treibhauseffekt vor.

Blickfang am Stand von Nowak und seinen Mitarbeitern ist ein im Hippie-Look gestalteter VW Bulli T1. Die Wahl des Fahrzeugs ist kein Zufall: „Wir präsentieren uns erkennbar als VW-Region“, sagt der Geschäftsführer.

Was dieser Tage natürlich für Gesprächsstoff sorgt. Da sage ein Brasilianer zur Begrüßung schon mal: „Oh, Volkswagen – you have a problem“, berichtet Nowak dem IK am Telefon. Gerade in dieser Situation sei die Veranstaltung, die von einem Fachpublikum wie beispielsweise Stadtplanern und Verkehrsexperten besucht wird, aber auch Imagewerbung für den Wolfsburger Konzern: „Vielen ist hier gar nicht bekannt, dass VW durchaus schon Elektrofahrzeuge baut.“

In Paris präsentiert die Metropolregion Projekte wie die Elektroflotte der Kommunen (das IK berichtete), den Göttinger Radschnellweg oder auch den Einsatz von Elektromotorrädern im Harz. Nowak wirbt in der Metropole auch für europäische Zusammenarbeit bei der Elektromobilität.

Gerade die französischen Gastgeber erlebt Nowak als sehr aufgeschlossen für das Thema. Großstädte hätten ein Problem mit der Luftqualität, Paris mache da keine Ausnahme, und mit elektrischem Carsharing gebe es patente Lösungen. Zweiradmobilität und mehr ÖPNV sind weitere Schwerpunkte in dem verkehrspolitischen Strategiewechsel, den die Metropolregion befördern möchte.

Nowak weiß, dass auch daheim noch viel Überzeugungsarbeit nötig ist, vor allem auf dem Land. Im Vergleich zum Jahresbeginn ist etwa der Bestand an reinen Elektrofahrzeugen im Landkreis Gifhorn gerade mal um 14 gestiegen – Ende 2014 waren es 45, jetzt sind es nach Angaben des Fachbereichs Verkehr 59. Ein massenhafter Umstieg auf Elektromobilität sieht anders aus.

Die im April eingeweihte Schnellladestation an der Wittinger Achterstraße verzeichnet nach Angaben der LSW rein rechnerisch etwa acht Ladevorgänge pro Monat. Laut Sprecherin Birgit Wiechert ist das guter Durchschnitt in der Region und „im Rahmen dessen, was man erwarten kann“.

Von Holger Boden

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