Behinderter Student braucht Hilfe

Sven Bock hofft, dass er noch einen Helfer für sein Studium in Lüneburg findet.

Wittingen - Von Holger Boden. Es ist bewundernswert: Der Wittinger Sven Bock, der seit seiner Geburt schwer behindert ist, will im Oktober in Lüneburg ein Studium beginnen. Das Abitur hat er 2009 in Hankensbüttel geschafft – auch, weil ihm dabei stets Unterstützung durch einen Zivildienstleistenden zur Verfügung gestellt wurde. Doch zum Auftakt des Studiums werden die Beschlüsse der großen Politik für ihn zu einem Problem. Wer hätte gedacht, dass die Diskussion um die Dauer des Wehrdienstes seine Betreuungssituation beeinflussen könnte?

Sven Bock leidet an Cerebralparese. Die spastische Lähmung erlaubt es ihm nicht, mit seinen Händen zu schreiben. Den Computer bedient er mit den Füßen. In der Schule schrieb ein Zivi für ihn im Unterricht mit, so dass er selbst sich mit dem Stoff auseinandersetzen konnte. Das funktionierte prächtig, und mit dem Abiturzeugnis hat er sich in der Salzstadt nun erfolgreich um einen Studienplatz in Wirtschaftspsychologie und Wirtschaftsrecht beworben.

Doch dort scheint ihm nun kein Zivildienstleistender mehr helfen zu können.

Svens Mutter Heidelore hat in den letzten Tagen viel telefoniert. Der Behindertenberater der Lüneburger Uni hat ihr gesagt, dass ihr Sohn ein Anrecht auf Betreuung hat. Bezahlt wurde die bisher immer vom Sozialamt, das hatte die Familie einst vor Gericht erkämpft. Heidelore Bock geht davon aus, dass das weiter Gültigkeit hat.

Doch weil Zivildienstleistende jetzt nur noch sechs Monate lang ihren Dienst tun, sind die Strukturen durcheinander geraten. Svens Betreuer wurden über das DRK oder die Sozialstation Grußendorf beschäftigt, und das, so hat Heidelore Bock nun erfahren müssen, geht jetzt nicht mehr: „Man hat mir gesagt, dass die Einarbeitung sich nicht mehr lohnt.“

Es ist laut Sabine Radke, Sprecherin des Gifhorner DRK-Kreisverbandes, nicht so, dass gar keine Zivildienstleistenden mehr eingestellt werden. Doch die adäquate Ausbildung sei angesichts der kurzen Dienstzeit in der Tat ein Problem. „Ich finde das sehr schade.“ Das DRK setze die Zivis nun primär dort ein, wo sie bei ihren Tätigkeiten vom Stammpersonal „an die Hand genommen“ werden können oder einfache Tätigkeiten verrichten, etwa in Sozialstationen, Büros oder Kindergärten. Zu dem Fall des behinderten Wittingers konnte Radke keine näheren Angaben machen.

Die Familie Bock sucht nun händeringend nach jemandem, der Sven im Studium betreuen kann. Das ist eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, denn ein Teil der Vorlesungen wird auf Englisch gehalten, und die gesuchte Person müsste die Sprache beherrschen und ihn beim Führen der Unterlagen unterstützen. Außerdem benötigt Sven für sein dreijähriges Studium auch Hilfe beim Essen machen. „Günstig wäre es natürlich, wenn die betreffende Person vielleicht sogar in oder bei Lüneburg wohnt“, sagt Heidelore Bock.

Wer sich für die (bezahlte) Aufgabe interessiert, kann sich mit Sven Bock unter (0 58 31) 74 07 oder svebo@gmx.net in Verbindung setzen.

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