Landkreis sieht langfristigen Handlungsbedarf bei Sanierung von Kreisstraßen

Baustellen über 2020 hinaus

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Begutachten die schadhafte K 15 in Glüsingen, die in diesem Herbst saniert werden soll: Landrat Dr. Andreas Ebel (r.) und der Verkehrsausschuss-Vorsitzende Siegfried Weiß.

Wittingen. Fast 300 Kilometer absolvierte der Verkehrsausschuss des Landkreises Gifhorn bei der Bereisung von Kreisstraßen. Der Weg führte auch in den Nordkreis. Im Wittinger Stadtgebiet gab es sechs Stationen, wo teilweise Handlungsbedarf dokumentiert wurde.

Ein wichtiges Ergebnis der zweitägigen Tour: Die Mitglieder des Ausschusses kamen nach Angaben der Kreisverwaltung einvernehmlich zu dem Ergebnis, dass die Fortsetzung des 16 Millionen Euro schweren Investitionsprogrammes von 2017 bis 2020 (pro Jahr 3 Millionen Euro für Kreisstraßensanierung und 1 Million Euro für Radwege) auch über 2020 hinaus dringend geboten ist.

Landrat Dr. Ebel betonte: „Auch Kreisstraßen mit geringer Belastung dürfen nicht vernachlässigt werden, da sie eine hohe Bedeutung für den ländlichen Raum und dessen Einwohner besitzen.“ Hintergrund ist die Kategorisierung von Kreisstraßen nach ihrem DTV-Wert, welcher den „durchschnittlichen täglichen Verkehr“ angibt. Gerade im Nordkreis ist dieser Wert oft geringer als im Südkreis (zum Beispiel K 114, Gifhorner Osttangente). Beim Landkreis ist man sich bewusst, dass manche Kreisstraßen, auch wenn sie nur relativ gering frequentiert sind, für einige Orte oft die einzige Verbindung zum überörtlichen Straßennetz darstellen, etwa im Fall der K 17 Lüben-Stöcken. „Die Kreisstraßen sind einfach ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität der Menschen“, bilanzierte der Ausschussvorsitzende Siegfried Weiß.

Landrat Ebel sieht es wie der Ausschuss: „Das Investitionsprogramm ist ein erster, wichtiger Schritt zur Verbesserung des Kreisstraßenzustandes. Aber auch über 2020 hinaus besteht großer Handlungsbedarf.“

Den gibt es zum Beispiel in Kakerbeck, wo die Fahrbahn der K 18 als verschlissen gilt und die Entwässerungseinrichtungen nicht mehr in Ordnung sind. Geschätzte Kosten: 230 000 Euro.

Schon fast legendär ist der schlechte Zustand der K 17 von Lüben nach Stöcken. Auch dort überzeugte sich der Ausschuss vom vielfältigen Sanierungsbedarf. Die Kosten werden auf rund 850 000 Euro taxiert, eine bereits erfolgte Oberflächenbehandlung soll weiterem Verfall der Fahrbahn vorbeugen.

Auf den Weg gebracht ist die Erneuerung der K 15 in Glüsingen und Wollerstorf. In beiden Ortsdurchfahrten soll der Ausbau der Fahrbahn noch im Herbst erfolgen.

In der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses (geplant für Anfang 2018) soll das Bauprogramm aus dem Jahr 2013 fortgeschrieben werden. Vorrangiges Ziel ist dabei, dass die Straßen mit einer schlechten Zustandsnote in den vordringlichen Bedarf aufgenommen werden, unabhängig von der Verkehrsstärke (DTV-Werte) und der Straßenbedeutung.

Von Holger Boden

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