Ortsrat gegen Mischnutzung

Baugebiet Feldstraße in Knesebeck: Kein Grundstück vor 2022

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Die Skizze für das Baugebiet an der Feldstraße hat vorerst nur Entwurfscharakter und kann noch Änderungen erfahren, zeigt aber schon rechts im Bild die mögliche Grünfläche, die das Areal nach Osten abgrenzen soll.

Knesebeck – Sollen sich im neuen Wohngebiet an der Knesebecker Feldstraße auch kleine Gewerbebetriebe ansiedeln dürfen, die die Nachbarschaft beim Wohnen nicht weiter stören? Das war eine der Kernfragen, als der Knesebecker Ortsrat jetzt über den nötigen Bebauungsplan für das Areal diskutierte.

Am Ende standen die Frage nach dem Bedarf für weitere Gewerbeflächen und die Erkenntnis, dass man zwar in einem Teilbereich ein sogenanntes Mischgebiet ausweisen könne, letztlich aber sowieso niemanden zwingen könne, einen Laden aufzumachen. .

So einigte sich der Ortsrat auf ein allgemeines Wohngebiet – ohne Gewerbe also. Dr. Thomas Weiland (FWG) hatte betont, dass die Interessenlage der Kommune angesichts der Nachfrage nach Bauland doch eigentlich ohnehin ein reines Wohngebiet sein müsse. Dem konnte sich der Ortsrat anschließen. Weilands Fraktionskollege Thomas Knöfel wusste von „14, 15 Bauwilligen“ zu berichten, die es schon jetzt gebe.

Dass überhaupt ein Mischgebiet zur Debatte stand, liegt daran, dass östlich des künftigen Baugebiets ein Lohnunternehmen ansässig ist, und dass zwischen den Gebieten für Wohnen und für Gewerbe planerisch eine „immissionsschutzrechtliche Abstufung“ vorgenommen werden muss, wie eine Vertreterin der Niedersächsischen Landgesellschaft erläuterte. Die NLG will das Gebiet für die Stadt erschließen.

Die Abstufung soll nun durch eine Grünfläche zwischen dem Betrieb und dem Wohngebiet erreicht werden. Deshalb bleiben am Ende auch rund 60 Bauplätze übrig und nicht, wie anfangs mal geplant, rund 80.

Die schlechte Nachricht für alle, die lieber heute als morgen in Knesebeck bauen möchten: Wenn jetzt alle Weichen gestellt werden, werde es voraussichtlich immer noch zwei Jahre dauern, bis das erste Grundstück verkauft werden kann, hieß es in der Sitzung. Die Erschließung würde wohl im Westen beginnen, das Gebiet soll dann abschnittsweise in die Vermarktung gehen. Detailfragen (Doppelhäuser? Zahl der Geschosse?) muss der Ortsrat noch in einer separaten Sitzung klären.

VON HOLGER BODEN

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