Baubeginn in zwei Jahren?

A 39-Abschnitt Ehra-Wittingen geht nächste Woche ins Planfeststellungsverfahren

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Auf großformatigen Skizzen konnten sich die Besucher des A 39-Infomarktes gestern Nachmittag in der Wittinger Stadthalle über jedes Detail der Planung im Abschnitt 6 (Ehra-Wittingen) informieren.

Wittingen. Ab kommender Woche rückt der Autobahnbau bei Wittingen einen Schritt näher: Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr will für den A 39-Abschnitt 6 (Ehra-Wittingen) das Planfeststellungsverfahren einleiten.

Johannes Mestemacher von der Wolfenbütteler Landesbehörde erläuterte das Grünbrücken-Konzept.

An dessen Ende könnte grünes Licht für einen Baubeginn stehen – allerdings gilt es als sicher, dass dann zunächst Klagen von Autobahngegnern eingereicht werden. Details der Planung konnten Wittinger Bürger sich gestern Nachmittag beim A 39-Infomarkt in der Stadthalle ansehen. Michael Peuke, der stellvertretende Leiter der Wolfenbütteler Behörde, rechnet für das Planfeststellungsverfahren mit einer Dauer von mindestens zwei Jahren. Beim südlich gelegenen Abschnitt zwischen Wolfsburg und Ehra läuft es schon seit dreieinhalb Jahren, allerdings liegt in dem Bereich auch eine umstrittene Tank- und Rastanlage.

So etwas ist im Abschnitt 6 nicht vorgesehen. Die 18,1 Kilometer lange Trasse von Ehra bis zur B 244 bei Mannhagen verläuft auf einer Länge von 13 Kilometern durch Wald, davon rund 10 Kilometer entlang dem VW-Prüfgelände. In diesem Bereich ist auch ein Parkplatz mit WC geplant, der für beide Fahrtrichtungen je 20 Pkw-Stellplätze sowie 29 bzw. 27 Lkw-Stellplätze bietet.

Damit Wildtiere die Autobahn queren können, sind im Abschnitt 6 insgesamt zwölf sogenannte Vernetzungsbauwerke vorgesehen, darunter zwei Grünbrücken sowie zwei längere Talbrücken bei Hagen und über den Isebeck. Der Eingriff in die Natur muss mit 302 Hektar Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert werden, ein großer Teil davon im Stüh bei Knesebeck, dazu auch bei Kaiserwinkel sowie auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz. 73 Hektar werden für die Autobahn versiegelt, 125 Hektar Biotope verschwinden, 145 Brutvogel-Paare müssen umziehen.

Zudem fallen im Abschnitt 6 durch den Trassenbau rund 51 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche weg, dazu noch einmal 24 Hektar durch Kompensationsmaßnahmen. 23 Betriebe sind betroffen. Schwerpunkt der Flurbereinigung werden drei Gebiete bei Eutzen, Glüsingen und Knesebeck/Hagen sein. Die Landesbehörde kalkuliert derzeit mit 145 Millionen Euro für Baukosten und Grunderwerb in dem Abschnitt 6.

Lärmschutz wird es im gesamten Abschnitt nicht geben. Darauf gebe es, so erläuterte der zuständige Planer Volker Meyer, angesichts der Unterschreitung der Grenzwerte schlicht keinen Anspruch. Was nicht bedeute, dass Anrainer die Autobahn nicht hören.

Wer sich durch die Planungen betroffen sieht, der kann im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens Eingaben machen. Die Unterlagen sollen vom 7. Mai bis 6. Juni öffentlich ausliegen, unter anderem in den Rathäusern von Wittingen, Hankensbüttel und Brome.

Von Holger Boden

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