Wittingen: Nach Umbau soll tägliche Zahl von 400 Fahrgästen gesteigert werden

Barrierefrei in die Bahn

Marco Schlott (DB, v.l.), Regionalverband-Vorsitzender Detlef Tanke, Stadtbürgermeister Karl Ridder und Verbandsdirektor Hennig Brandes erläuterten gestern den Bahnsteig-Umbau und weitere Ziele.
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Marco Schlott (DB, v.l.), Regionalverband-Vorsitzender Detlef Tanke, Stadtbürgermeister Karl Ridder und Verbandsdirektor Hennig Brandes erläuterten gestern den Bahnsteig-Umbau und weitere Ziele.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen. 2,7 Millionen Euro sind in den Wittinger Bahnhof investiert worden, seit ein paar Wochen ist – erst einmal – alles fertig.

Gestern war das Anlass für eine Art offizielle Einweihung, zu der zunächst sogar Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies angekündigt war. Der hatte dann aber doch keine Zeit, und so war es seinem Parteifreund Detlef Tanke vorbehalten, vor einer Reihe von Lokalpolitikern und einem Dutzend Wittinger Bürgern den neuen Bahnsteig zu loben und für mehr Nutzung der Schiene zu werben. Das Wichtigste: Der Einstieg in die Erixx-Züge ist jetzt barrierefrei.

Tanke (SPD) ist Vorsitzender der Verbandsversammlung des Regionalverbands Großraum Braunschweig, und dieser hat zusammen mit dem Land Niedersachsen und der Landesnahverkehrsgesellschaft den Umbau finanziert. Ein Teil der Gelder stammt aus dem Investitionsprogramm „Niedersachsen ist am Zug“, und damit will man attraktivere Bahnhöfe und gleichzeitig auch mehr Fahrgäste generieren. So sagte Marco Schlott, Leiter des DB-Bahnhofsmanagements, dass man hoffe, künftig mehr als die derzeit 400 Ein- und Aussteiger pro Tag am Wittinger Bahnhof begrüßen zu können.

Hajo Hoffmann, Vorsitzender des Behindertenbeirats im Landkreis Gifhorn, überzeugte sich gestern von der Barrierefreiheit zwischen dem Wittinger Bahnsteig und dem Erixx-Fahrgastabteil. Regionalverbandsdirektor Hennig Brandes (r.) schaut zu.

Wer nicht gut zu Fuß oder gar auf den Rollstuhl angewiesen ist, dem wird das Bahnfahren in Wittingen nun deutlich erleichtert. Hajo Hoffmann, Vorsitzender des Behindertenbeirats im Landkreis Gifhorn, testete die Niveaugleichheit zwischen dem Bahnsteig und dem bereitgestellten Erixx-Zug gestern aus. Auch der Wittinger Ulrich Siemer, der früher die für ältere Menschen kaum zu überwindende Einstiegshöhe von 27 Zentimetern mehrfach kritisiert hatte, freute sich, dass nach all den Jahren nun tatsächlich Verbesserung eingetreten ist. Die Stadt hatte sich 2011 erstmals diesbezüglich an die DB gewandt.

Stadtbürgermeister Karl Ridder sagte gestern, nichts erinnere mehr an den früheren Zustand, und der neue Bahnsteig unterstreiche den Status der Stadt als Mittelzentrum. Um den Bahnhof herum solle es voraussichtlich nächstes Jahr mit Verbesserungen weitergehen, die Stadt wolle 1,6 Millionen Euro in das Umfeld investieren – für Parkplätze, Fahrradboxen, eine Ladesäule und einiges mehr. Mit Blick auf das angrenzende ehemalige OHE-Gelände sagte der Rathauschef, das vielleicht am 1. März das Abräumen des Areals beginnen könne. Denkbar sei auch, dass das alte OHE-Gebäude künftig für Fahrgäste geöffnet werden könnte.

Tanke kündigte an, dass bis 2025 etwa zehn weitere Bahnhöfe im Verbandsgebiet modernisiert werden sollen. Wie jetzt in Wittingen sind dann auch taktile Leitsysteme für Behinderte sowie elektronische Info-Systeme Teil des Pakets. Für Wittingen arbeite man weiter am Stundentakt – der solle „spätestens in gut einem Jahr“ eingeführt werden.

Von Holger Boden

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