„Ich bin der Herr deiner Angst“: Rothers Psychothriller kommt in die Läden

Bange machen gilt nicht!

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Aufwändige Kampagne: Im Internet tauchten in den letzten Wochen wiederholt Videosequenzen auf, die Thrillerfans bereits über den Täter rätseln ließen. Stephan M. Rother (rechts) als Oberkommissar Ole Hartung verhört den „Traumfänger“ Maximilian Freiligrath.

bo Wittingen/Bad Bodenteich. Wird er der Herr unserer Angst? In diesen Tagen nimmt der aus Wittingen stammende Autor Stephan M. Rother Anlauf auf die Bestsellerlisten.

„Ich bin der Herr deiner Angst“ kommt in den Buchhandel – ein Psychothriller, der dafür sorgen dürfte, dass bei der abendlichen Lektüre das Licht erst sehr spät ausgeschaltet wird.

Beim Reinbeker Rowohlt Verlag sieht man offensichtlich ganz großes Potenzial in der Geschichte um den Hamburger Kriminalhauptkommissar Jörg Albrecht, der eine Reihe von furchterregenden Morden klären und sich dabei auch mit seinen ureigensten Ängsten auseinandersetzen muss (das IK berichtete). Mit einer „viralen Kampagne“ über das Internet, die laut Rother in Deutschland in dieser Dimension bisher beispiellos war, haben Autor, Verlag und die Agentur vm people in den vergangenen Wochen bereits millionenfach auf die bevorstehende Veröffentlichung aufmerksam gemacht.

Die Marketing-Strategen haben in Anlehnung an die Handlung ein „Alternate Reality Game“ gemacht, bei dem die Mitspieler nicht nur im Internet auf Möderjagd gehen, sondern auch „live“ in Hamburg die Spur der Angst verfolgen. Natürlich alles nicht echt, sondern eben – der Name sagt es – eine andere Art von „Realität“.

Aber der Roman hat es damit schon vor Erscheinen auf die Titelseite der Szenebibel „Branchenblatt des Deutschen Buchhandels“ geschafft. Dem Berliner Tagesspiegel war das Spiel mit dem Buch ebenfalls schon einen – kontroversen – Kommentar wert.

Mit Kontroversen um seinen Thriller hat der Wahl-Bad Bodenteicher Rother allerdings kein Problem: „Ohne die virale Kampagne hätte der Tagesspiegel nicht berichtet, und ohne den bösen, bösen Bericht im Tagesspiegel wäre das Buch vielen Lesern womöglich entgangen, die sich jetzt selbst ein Bild von meiner Geschichte machen können.“ Frei nach Oscar Wilde: Das einzige, was schlimmer ist, als dass über einen geredet wird, ist, dass nicht über einen geredet wird.

Rother verweist augenzwinkernd darauf, dass sein Protagonist Albrecht einen ganz ähnlichen Weg gegangen ist wie er selbst. Dass bei den eingestreuten Kindheitserinnerungen des Hauptkommissars Rothers eigene Jugend in Wittingen, Hankensbüttel und Bodenteich (damals noch ohne „Bad“) Pate gestanden hat, dürfte Lesern aus dem Isenhagener Land und dem Landkreis Uelzen bei der Lektüre deutlich werden. Bei allem Weltstadtflair setzt der Schriftsteller auch auf den Horror, der in der Provinz lauern kann: Neben Hamburg ist Königslutter einer der Hauptschauplätze, und mit Kommissar Albrecht fährt man auch mal kurz über die B 4 bei Uelzen.

Zum Erscheinungstermin haben Rother und Rowohlt eine Überraschung parat: In den düsteren Gewölben des Eiskellers in Hamburg-Altona wird der Autor am heutigen Sonnabend (21 Uhr) zu einer Auftaktlesung in einzigartigem Ambiente auf seine „literarischen Opfer“ lauern. Weil der Platz begrenzt ist und Rother es mit der klaustrophobischen Enge dann doch nicht zu weit treiben will, wird die Veranstaltung live im Internet übertragen: www.lovelybooks.de/lesung/stephan-rother.

Ist er denn auch Herr seiner Angst? Der Autor, gestählt durch eineinhalb Jahrzehnte als historischer Kabarettist „Magister Rother“ zuckt die Schultern: „Was soll schon passieren? Mein Thema ist die Angst. Angenommen, ich verstecke mich zitternd vor Lampenfieber in den Katakomben: Wird das Publikum nicht annehmen, das gehört zur Darbietung?“

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