DB nennt noch keine Details / Stadt will Umfeld in Wittingen voraussichtlich ab Herbst neu gestalten

Bahnhofsumbau startet im März

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Der Busbahnhof bleibt auf seinem Areal, bekommt aber eine neue Gestaltung mit einer Mittelachse für sechs Haltestellen. 

Wittingen. Noch immer ist die Einstiegshöhe am Wittinger Bahnhof für ältere oder gehbehinderte Menschen viel zu hoch: Rund 35 Zentimeter Höhenunterschied muss überwunden werden, wer in einen Zug gelangen will. Damit soll in absehbarer Zukunft Schluss sein.

Nach jahrelanger Diskussion und Planung beginnt die Deutsche Bahn nun im März mit Umbau und Modernisierung der Bahnsteige – diese Angaben liegen dem Wirtschaftsamt vor. Es werde mit einer Bauphase von sechs bis sieben Monaten gerechnet, sagte Amtsleiter Günter Kruse am Dienstagabend dem Ortsrat.

Was genau in diesem Zeitraum auf die Fahrgäste zukommt, ist noch unklar. Auf IK-Anfrage hält sich die DB mit Details zu dem Projekt noch zurück. Genauer Starttermin, avisierte Fertigstellung, einzelne Maßnahmen, Einschränkungen bei Verbindungen – zu all diesen Fragen heißt es: „Genaue Daten stehen demnächst fest und werden dann sofort bekanntgegeben.“

Stimmen die Informationen der Stadt, dann dürfen sich die Wittinger darauf freuen, dass ab dem Herbst die Bahnsteige endlich zu den Einstiegshöhen der seit Dezember 2014 verkehrenden Erixx-Züge passen. Und dann, so Kruse, will die Stadt auch loslegen mit ihrem Projekt zur Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes.

Ein Vorhaben, das sich im Wesentlichen in zwei Abschnitte gliedert: die Neustrukturierung des Busbahnhofs und die Ausstattung des DB-Bahnhofs mit mehr Parkplätzen und zeitgemäßen Utensilien wie Ladesäule oder WC. Geplant sind 36 Parkplätze, ebenso viele Fahrradständer, 15 Fahrradboxen. Zwei Behindertenparkplätze sollen eingerichtet werden, drei Haltestellen für Taxis und drei „Kiss-and-ride“-Buchten – für den kurzen Halt mit Koffer-Ausladen und Abschiedskuss. Der ZGB wird zudem den Wartebereich mit Echtzeit-Infotafeln ausstatten.

Wo in der Bauzeit geparkt werden soll, ist noch offen. Laut Kruse wäre es denkbar, dass erst die neuen Parkplätze angelegt werden und dann der neue Busbahnhof. Bus- und Individualverkehr sind im neuen System getrennt, abgesehen von den Anliegern, deren Zufahrt zu ihren Grundstücken freilich gewährleistet bleiben soll.

Die Zufahrt zum Busbahnhof, der sechs Haltestellen bekommt, liegt auch weiterhin gegenüber vom Hotel Bennett’s. Wer am Bahnhof parken will, fährt künftig über die Straße „Am Kleinbahnhof“ an. Der alte Turm am OHE-Gelände werde für die Neuerungen wohl weichen müssen, sagte Kruse.

Die gesamten Baukosten für das städtische Projekt – nicht für den Bahnsteig-Umbau der DB – werden auf 800- bis 900 000 Euro taxiert. Die Stadt rechnet nach Abzug erhoffter Fördergelder mit einem Eigenanteil von rund 500 000 Euro. Der Knesebecker Bahnhof kommt 2018 an die Reihe.

Ortsratsmitglied Thomas Lemke (Grüne) fand eine E-Ladesäule für den Bahnhof nicht ausreichend und plädierte für eine zweite. Kruse entgegnete, dass nur für eine Säule eine Förderung fließe. Solle eine zweite gebaut werden, müsse die Stadt das aus eigener Tasche zahlen.

Ob sich die wartenden Fahrgäste bei Kälte bald wieder in geheizten Räumen aufhalten können, steht in den Sternen. Die DB will, wie sie auf IK-Anfrage bestätigt, sich von ihrem verschlossenen Bahnhofsgebäude nicht trennen. Die Stadt prüft, ob eventuell das alte OHE-Gebäude als Alternative in Frage kommt.

Von Holger Boden

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