Gemütliches Ambiente beim Knesebecker Weihnachtsschwimmen / Kerzenschein aus 400 Baby-Gläschen

Badespaß in einem Meer aus Licht

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Das Deckenlicht ist ausgeschaltet, für die Beleuchtung am Beckenrand sorgen Teelichter in Gläschen.

Knesebeck. Eigentlich ist es dem Appetit von Marlena Hilbig zu verdanken, dass die Atmosphäre beim Weihnachtsschwimmen in Knesebeck so schön ist. Denn der 20 Monate alte Blondschopf aus Wieren (Landkreis Uelzen) hat im Verlauf dieses Jahres ernorme Mengen Babynahrung verspeist.

Die leeren Gläschen verwendete Schwimmmeister Christopher Klein nun als Dekoration für das Weihnachtsschwimmen: Er stellte 400 gereinigte Gefäße rings um das Becken der Schwimmhalle, setzte in jedes ein Teelicht und verzierte das Glas mit roten Schleifen.

„Wir haben das ganze Jahr über Gläschen gesammelt“, erzählt Marlenas Vater Kai Hilbig und lacht. Zwar haben auch Kinder aus seinem Bekanntenkreis beim Verspeisen der Babynahrung geholfen, „aber das meiste hat Marlena selbst gegessen“, sagt der stolze Vater.

Und so herrscht in der Schwimmhalle ein gemütliches Ambiente. Die Deckenbeleuchtung ist ausgeschaltet, der Schein der Teelichter kommt so optimal zur Geltung. „Im vorigen Jahr standen die Lichter noch auf Tellern, aber sie sind immer ausgegangen“, erinnert sich Klein. Die Lösung mit den Gläschen sei daher ideal.

Im Hintergrund erklingt gedämpfte Weihnachtsmusik aus dem Lautsprecher. „Die könnten sie immer einschalten“, findet Verena Dierks aus Schönewörde. Sie ist regelmäßiger Badegast in Knesebeck und hat ihren siebenjährigen Sohn Matteo zum Weihnachtsschwimmen mitgebracht. „Mit all den Lichtern und der Musik ist das eine richtig schöne Stimmung hier“, schwärmt die junge Frau.

Unterdessen geht es im Becken hoch her. Eine Familie vergnügt sich mit ihren Sprösslingen – Wasserfontänen spritzen in die Höhe, Kinder kreischen vergnügt. In sicherem Abstand schwimmt der fünfjährige Tim Habermann vorbei. „Ich habe neulich mein Seepferdchen-Abzeichen bekommen“, erzählt er. Sein Vater Sven schaut beeindruckt zu. „Mein Sohn wollte mir heute zeigen, wie gut er schon schwimmen kann“, erklärt der Wittinger. Und was gefällt Tim nun am besten beim Weihnachtsschwimmen? „Na, die Kekse“, antwortet der Fünfjährige unumwunden und beißt in einen der knusprigen Kringel, die in kleinen Schalen am Beckenrand bereit stehen.

Da darf auch eine kühle Erfrischung nicht fehlen. An einer Getränkebar stärken sich die Badegäste mit Saft, Wasser und Sekt. Gleich nebenan hat es sich Sigrid Piep auf einer Bank bequem gemacht. „Wir sind sehr glücklich, in Knesebeck so ein schönes Bad zu haben“, sagt sie. Seitdem die Stadt Wittingen das Weihnachtsschwimmen 2006 ins Leben gerufen hat, ist Sigrid Piep jedes Jahr dabei – und das nicht nur, weil sie Kassiererin der Schwimmhalle ist. „Ich finde das ganz toll, wie das hier aussieht. Christopher Klein gibt sich immer richtig viel Mühe“, lobt sie.

Das findet auch Lilli Wichmann aus Knesebeck, die sich mit ihrer achtjährigen Tochter Liz im Becken tummelt. „Hübsche Deko und dazu Musik – da kommt man richtig in Weihnachtsstimmung. Und meine Tochter will heute gar nicht mehr nach Hause“, meint Lilli Wichmann schmunzelnd.

Derweil sitzt Marlena Hilbig gemütlich auf dem Schoß ihres Papas. Sie ist müde, aber zufrieden: Ausgiebig geplantscht hat sie heute schon – und Babygläschen im Verlauf des Jahres ohnehin genug verputzt.

Von Bernd Schossadowski

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