Die B 71 als Alternative?

Auszug aus der Planungsskizze für die Querspange.Grafik: Straßenbaubehörde Lüneburg

Wittingen/Lüneburg - Von Holger Boden. Mancher Lokalpolitiker hat im Eifer des Gefechts schon „Querstange“ dazu gesagt, und so einfach ist die Sache mit der Querspange ja auch wirklich nicht: Weil in Salzwedel massiv der Ausbau der B 71 ins Spiel gebracht wird und das Bundesverkehrsministerium eine Prüfung dieser Alternative fordert (das IK berichtete), blühen bei manchem im Isenhagener Land schon Träume davon, dass es doch noch etwas wird mit einer Wittinger Ortsumgehung.

Das Kalkül: Wenn die B 71 ertüchtigt und der Bau der B 190n gekippt wird, dann fehlt doch im Raum zwischen Uelzen und Wolfsburg vielleicht eine leistungsfähige Ost-West-Verbindung.

Freilich fehlen trotz des ministerialen Prüfungsauftrages bisher noch konkrete Hinweise, dass die Querspange tatsächlich aus der Planung fällt. So wiederholt etwa der Chef der Wolfenbütteler Straßenbaubehörde, Bernd Mühlnickel, fast schon gebetsmühlenartig: „Die B 190n steht im Bundesverkehrswegeplan, das zählt.“ Aus der gegenwärtigen Diskussion wieder Chancen für eine Wittinger Umgehung abzuleiten, sei „Kaffeesatzleserei“. Mühlnickel: „An die Ortsumgehung sollte man einen Haken machen, da reitet man einen toten Gaul.“

Sein Lüneburger Kollege Dirk Möller verweist ebenfalls auf den Bundesverkehrswegeplan. Gleichwohl arbeite man nun gemeinsam mit den zuständigen Behörden aus Sachsen-Anhalt den Prüfauftrag ab – ergebnisoffen. Mit ersten Ergebnissen sei im Frühsommer zu rechnen.

Auch die Landtagsabgeordneten Ingrid Klopp (CDU) und Klaus Schneck (SPD) sehen bisher keine Anzeichen für eine Änderung der Planung. Klopp räumt jedoch ein: „Eine Änderung wird diskutiert.“ Allerdings halte sie die B 190 n für eine notwendige Anbindung der Region an den Raum Celle-Hannover.

So dürfte es gegen eine B 71-Lösung starken politischen Widerstand geben – nicht nur aus dem Landkreis Gifhorn, wo man sich von der Ost-West-Trasse im Grenzgebiet zum Landkreis Uelzen mehr verspricht als von der fernen Bundesstraße zwischen Salzwedel und Uelzen. Laut Klopp ist auch ihr Celler Fraktionskollege Karl-Heinrich Langspecht ein starker Befürworter der Querspange, die bei Breitenhees an die B 191 anschließen soll.

Immerhin ist der Prüfauftrag auch ausreichend, um schon Verteidigungsgefechte für die B 190 n auszulösen: Nach einem Bericht der Celleschen Zeitung will sich nun Henning Otte, Bundestagsabgeordneter für Celle und Uelzen, beim Verkehrs- und beim Umweltministerium in Berlin für die Querspange stark machen – sie sei wichtig für den Landkreis Celle.

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