Autor mit Wurzeln im Nordkreis veröffentlicht Roman unter Pseudonym

Marten, der „Mystery-Man“

Robert Marten an den nicht ganz so dunklen Wittinger Wallanlagen.

bo Isenhagener Land. Kennen Sie Robert Marten? Vermutlich nicht. Der Schriftsteller hat gerade sein Debüt auf dem Buchmarkt veröffentlicht. Und er hat seine Wurzeln im Isenhagener Land.

Allerdings: Strenggenommen handelt es sich bei „Im dunklen Holz“ ganz und gar nicht um das erste Buch des Autors. Denn „Robert Marten“ ist ein Pseudonym – der Mann hinter diesem Namen hat schon mehrere erfolgreiche Romane verfasst.

Dieses Mal verzichtet er also auf seinen mittlerweile etablierten Namen. Warum? „Weil das Buch etwas ganz anderes ist, als ich in den letzten Jahren geschrieben habe, und weil ich mich künstlerisch ein bisschen austoben wollte“, sagt der Autor, der mit Rücksicht auf vertragliche Vereinbarungen seine Identität nicht öffentlich machen darf. Literaturfans rätseln bereits auf Facebook darüber, wer hinter dem Pseudonym steckt und versuchen, mit Anagrammen des Namens und anderen „Dechiffrierungen“ auf die Spur denkbarer bekannter Schriftsteller zu kommen.

Der Autor hinter der Marten-Maske kommt nicht nur im weitesten Sinne aus der Lüneburger Heide, sein Werk spielt auch dort: „Im dunklen Holz“ führt den Leser in die geheimnisvolle Welt eines großen Truppenübungsplatzes, auf dem das abgelegene und fast vergessene Dorf Hohenholz von der Räumung verschont blieb, als der Platz angelegt wurde. Noch immer leben dort Menschen, und sie haben auch durchaus Kontakt zur Außenwelt, aber eben nicht besonders viel davon.

In diesen Mikrokosmos bricht die Journalistin Sophie von Wiedenthal ein, die hier nach einem Zusammenbruch auf einen privaten Rat hin eine Auszeit nehmen will. Als sie dort eine legendäre Heideschriftstellerin kennenlernt und mit ihr ins Gespräch kommt, merkt sie schnell, dass die Erzählungen der alten Frau sie auf die Spur eines Jahrzehnte alten Geheimnisses bringen – doch das gefällt nicht jedem in dem kleinen, übersichtlichen, und doch so undurchdringlichen Ort...

Der Autor entwirft das Bild eines fiktiven Dorfes, das es so oder ähnlich durchaus geben könnte. Ein „Lüneburger-Heide-Krimi“, wie Marten ihn nennt, der über die Spannung hinaus auch eine politische Dimension hat. Das finstere Geheimnis des Ortes hat seinen Ursprung in der finsteren Zeit nach dem Krieg, und in Hohenholz sind die Ewiggestrigen von gestern die Ewiggestrigen von heute.

Der Roman ist bei Weltbild erschienen, und für 9,99 Euro bietet es sogar eine Hardcover-Ausstattung. Eine Taschenbuch-Ausgabe ist für den nächsten Sommer geplant.

Kommt nach dem „Dunklen Holz“ noch mehr von Robert Marten? „Durchaus vorstellbar“, sagt der Autor mit dem Geheimnis.

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