Ausweitung von Windparks?

Braunschweig. Die Erschließung noch bestehender Potenzialreserven zur Nutzung der Windenergien im Großraum Braunschweig sowie die Erweiterung kleinerer vorhandener Standorte oder die Nutzung vorbelasteter Gebiete auf der Ebene des Regionalen Raumordnungsprogramms soll überprüft und dabei auf die Bevölkerung Rücksicht genommen werden. So hat es mehrheitlich die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB) Donnerstagabend beschlossen. Von Carola Peiser

Ganz ohne Diskussion gab es diesen Beschluss jedoch nicht. „Erneuerbare Energien sind in der Region ein Erfolgsmodell. Allerdings gibt es zwei Seiten – positiv und negativ“, merkte Elke Kentner (Grüne, Peine) an. Die Wasserkraft greife in die Gewässer ein, Bioenergie benötige landwirtschaftliche Flächen und Windenergie benötige zwar wenig Stellfläche, störe aber so manches Mal die Aussicht und auch Anwohner würden sich durch die Rotation gestört fühlen. „Die Flächen sind ausgeschöpft, aber das Interesse an Windkraft ist enorm, so dass wir das bestehende Konzept noch einmal überarbeiten müssen“, so Kentner.

Ernst-Henning Jahns (CDU, Wolfenbüttel) hält es für schwierig, den Willen der Bevölkerung zu berücksichtigen: „Sehen Sie sich den Vorharz an, der ist komplett zugebaut. Der Landkreis Gifhorn gehört noch zu den Kreisen, wo ausgebaut werden kann – aber wir reden von Ausweitungen zwischen acht und 15 Anlagen. Wir leisten uns eine Verbauung der Landschaft.“ Hinzu komme die fortgeschrittene Technik – mittlerweile erreichten die Windräder Höhen zwischen 130 und 180 Metern. Jahn kritisierte zudem das Vorgehen der Verantwortlichen: „Es werden Vorverträge abgeschlossen, obwohl noch nicht mal gebaut wird. Ich verstehe die Eigentümer, die erhalten eine gute Entschädigung.“

„Im Vorharz ist nicht nur der Tourismus, sondern auch die Landwirtschaft betroffen. Aber hier geht es erstmal nur um einen Prüfauftrag“, merkte Ralf Abrahms (Grüne, Goslar) an. Und Volker Meier (CDU, Bornum) fügte hinzu, dass man bestehende Vorranggebiete ausgesucht habe. Nun müsse es einen Prüfauftrag geben, ob der festgelegte Abstand zu den Dörfern und zwischen den Anlagen bleiben muss.

Laut Renate Krause (SPD, Seesen) könne man alle Argumente nachvollziehen. Nicht jede Form der Energiegewinnung habe nur Vorteile. „Die Verbandsversammlung muss frühzeitig beauftragt werden, alles genau zu prüfen.“

Potenzial für einen weiteren möglichen Windpark gibt es auch in Bokel. Der Gemeinde Sprakensehl liegt ein Angebot für die Errichtung von Windrädern vor. Mehr dazu auf Seite 4

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