Die deutsche Grenzgeschichte

Ausstellung „Von Mauern und Menschen“ ab Freitag in Wittingen

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Friedrich O. Winkelmann (r.) und Rainer Bischoff laden zur Ausstellung im Haus Kreyenberg ein. 

Wittingen – „Von Mauern und Menschen“ ist der Titel einer Ausstellung, die Rainer Bischoff aus Oppershausen bei Celle auf Einladung des Freundeskreises Haus Kreyenberg ab kommenden Freitag, 6. September, in den Räumen des dortigen Antik-Cafés zeigen wird.

Die Eröffnung am Freitag findet um 16. 30 Uhr statt. Dazu wird es auch eine Lesung geben.

Am Montag trafen sich Friedrich O. Winkelmann vom veranstaltenden Freundeskreis und Bischoff, um letzte Details vor dem Beginn der Ausstellung abzuklären.

Seit Jahrzehnten setzt sich Bischoff gegen das Vergessen ein. Er weiß, wovon er spricht, hat er doch die jüngste Geschichte der Teilung und des Mauerfalls hautnah erlebt. Er kam 1947 in Weddendorf bei Oebisfelde zur Welt und flüchtete mit seinen Eltern im Februar 1953 in den Westen. Nach einer Odyssee über Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen wurde die Familie im Sommer 1958 in Danndorf im Landkreis Helmstedt heimisch. Der Vater fand eine Anstellung im Volkswagenwerk, die Familie baute ein Haus und Bischoff machte am Ratsgymnasium in Wolfsburg sein Abitur. Von 1968 bis 1972 studierte er in Braunschweig und arbeitete anschließend als Lehrer.

Im Laufe der Zeit wurde sich Bischoff seiner eigenen Geschichte immer mehr bewusst und begann zu sammeln, was ihm zur deutsch-deutschen Geschichte in die Hände fiel. Er las viele Bücher, sprach mit Zeitzeugen, leitete Ausflüge an die Grenze und legte in seinem Unterricht großen Wert darauf, mit seinen Schülern über die zwei deutschen Staaten zu sprechen. Ein Ausschnitt von dem, was Bischoff in den Jahren zusammengetragen hat, wird im Haus Kreyenberg zu sehen sein.

Zu den 30 Ausstellungsstücken zählen Fotos, die mit Zeitungsartikeln hinterlegt sind. Inhalte sind unter anderem besondere Kapitel der Teilung wie die „Aktion Ungeziefer“, die ersten Mauertoten, das Berufsverbot für Manfred Krug sowie das Genscher-Zitat auf dem Balkon der Prager Botschaft oder auch die Begegnung mit Jürgen Sparwasser, dem Schützen des Siegtores für die DDR gegen die Bundesrepublik bei der WM 1974.

VON HORST MICHALZIK

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