Wittingen: Feuerwehr analysiert Einsatz beim Großbrand in der Wallpassage

„Außergewöhnliche Bereitschaft“

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Im Mai stand ein Gebäude in der Wallpassage in Brand.

Wittingen. Wie bei anderen Großbränden in der Vergangenheit gab es nun im Gerätehaus eine Nachbesprechung des Brands in der Wittinger Wallpassage.

"Noch bevor die Feuerwehr am 11. Mai vor Ort war, gab es bereits ein privates Video auf einem sozialen Netzwerk“, merkte Ortsbrandmeister Torsten Bötticher an. Das „brennt richtig krass“, war darauf zu hören.

Torsten Bötticher ließ den Einsatz in der Wallpassage Revue passieren. 194 Kräfte und 52 Fahrzeuge waren am 11. Mai vor Ort.

Bei der ersten Alarmierung um 3.59 Uhr war noch von einem „Dachstuhlbrand Am Markt/Langestraße beim Einkaufszentrum“ die Rede. Bötticher als Einsatzleiter vermutete daraufhin zunächst einen Brand im ehemaligen Edeka-Markt. „Wittingen wurde alarmiert“, erinnerte er. Als er um 4.06 Uhr vor Ort mit dem Einsatzleitwagen eintraf, war schnell klar, dass es sich um einen Gebäudevollbrand in der Langen Straße 31/Achterstraße handelte. Die erste Wittinger Löscheinheit konnte so gleich zum richtigen Ort geführt werden. Das war in die Achterstraße, wo der Brand seine größte Ausdehnung hatte, sagte Bötticher.

Der Großbrand in Wittingen: die Bilder

Um 4.07 Uhr wurden die Löscheinheiten 2 und 3 nachalarmiert, als klar wurde, dass Personen im Nachbargebäude sind. Die waren zwei Minuten später auf dem Weg ins Krankenhaus, die Löscheinheiten bemühten sich eine Ausbreitung des Feuers nach links, rechts und vorne zu verhindern. Im Minutentakt wurden die Ortswehren Gannerwinkel, Lüben, Glüsingen, die SEG, die LSW und der Wasserverband alarmiert, bereits um 4.17 Uhr waren Abschnitte gebildet. Die Zufahrtsstraßen wurden durch Polizei mann-stark abgesperrt, um 4.45 Uhr Ersatzflaschen für die Atemschutzgeräteträger geordert. Die Löscheinheit 4, die Drehleiter aus Gifhorn und der vierte Zug aus Hankensbüttel komplettierten die am Ende 194 Einsatzkräfte und 52 Einsatzfahrzeuge. Auch die Treibstofflogistik wurde bewältigt, weiter entfernte Hydranten angeschlossen. Um 11 Uhr beschlagnahmte die Kripo den Ort, so dass in den Folgetagen immer wieder Brandnester gelöscht werden mussten. Erst gegen 11.20 Uhr konnten die Straßensperrungen aufgehoben werden, die per Rundfunk gemeldet wurden.

Die Wittinger Brandruine: Aus der Luft und von innen

Lutz Weber, Holger Dörheide und Holger Krebs berichteten von ihren Abschnitten. „Der Einsatzleiter hat sehr professionell gehandelt“, lobte Holger Dörheide. Lediglich die Kommunikation beim Übertragen von Führungspositionen müsse optimiert werden. Holger Krebs regte an, das Zelt der SEG in der Nähe der Atemschutzgeräteträger zu positionieren. Oliver Martens von der SEG Nord bemerkte, dass zusätzlich Betreuer über die Leitstelle angefordert werden könnten. Kritik gab es seitens der Verwaltung, dass die letzten zwei Stunden des achtstündigen Einsatzes „nicht mehr produktiv gewesen seien“. Man hätte viele nach Hause schicken können, was der Stadtkasse Geld gespart hätte. Arbeiten durfte allerdings ohnehin niemand mehr. Stadtbrandmeister Heinrich Kruse hatte ein Arbeitsverbot ausgesprochen.

Dank sagte Bötticher der Bäckerei Meyer und der Privatbrauerei, die von sich aus die Einsatzkräfte versorgten. Dank, Gegrilltes und Getränke gab es bei Nachbesprechung von Wallpassageneigentümer Bernd Franke. „Das war eine außergewöhnliche Einsatzbereitschaft der Ortswehren aus Wittingen und der Umgebung. Ihr ward schnell vor Ort“, hob er hervor. Und keine Person sei zu Schaden gekommen. Kritik übte er an der öffentlichen Helferparty eines Nachbarn in der Stadthalle. Besonders das Bild vom Brand auf dem Werbeplakat sei unpassend.

Von Burkhard Ohse

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