Mediziner im Isenhagener Land erwarten nach Ende der Praxisgebühr keinen plötzlichen Patienten-Ansturm

Aufatmen bei Ärzten: Weniger Bürokratie

+
Mit dem Jahr 2012 endet auch die Praxisgebühr. Seit ihrer Einführung im Jahr 2004 sorgte sie für kontroverse Diskussionen. Im Isenhagener Land atmen die Ärzte auf, rechnen aber nicht mit einem vermehrten Patientenansturm.

Isenhagener Land. Das Jahr 2012 ist Vergangenheit – und mit ihm die Praxisgebühr. Seit ihrer Einführung im Jahr 2004 stand sie massiv in der Kritik, denn alle gesetzlich versicherten Patienten mussten pro Quartal eine Zuzahlung von 10 Euro beim Arzt leisten.

Kritikern zufolge hat sie nur für Bürokratie gesorgt, anstatt die Arztbesuche der Deutschen einzudämmen.

Die Allgemeinmediziner im Isenhagener Land sind nicht traurig über die Neuerung. „Die Abschaffung der Praxisgebühr ist sinnvoll. Ein riesiger Verwaltungsaufwand entfällt“, freut sich die Bromer Fachärztin für Allgemeinmedizin, Gisela Marienhagen. Sie hofft allerdings, dass die Patienten nicht Fachärzte aufsuchen, ohne dass die Hausärzte eine Rückmeldung erhalten. „Ob Patienten nun des Öfteren ihren Arzt aufsuchen, bleibt abzuwarten“, meint Marienhagen.

Die gesetzlichen Krankenkassen erwirtschaften steigende Gewinne. Ihre Rücklagen belaufen sich bereits auf rund 20 Milliarden Euro. Erste Kassen, darunter als größte die Techniker Krankenkasse, haben für 2013 angekündigt, einen Teil ihrer Einnahmen wieder direkt an ihre Versicherten auszuzahlen. „In Anbetracht der 20 Milliarden Euro Überschüsse im Gesundheitsfonds konnte man sich die Abschaffung leisten. Die Praxisgebühr hat pro Jahr mit lediglich 2 Milliarden Euro zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) beigetragen und das ohne erzieherischen Effekt“, meint Dr. Thorsten Kleinschmidt, ärztlicher Selbstverwaltungschef bei der Kassenärztlichen Vereinigung im Bezirk Braunschweig.

Von Carola Hussak

Mehr dazu lesen sie im IK.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare