Transfergesellschaft für die betroffenen Mitarbeiter / Belegschaft schrumpft um etwa ein Fünftel

50 Arbeitsplätze weg: Stellenabbau bei Druckerei Neef + Stumme in Wittingen

Neef + Stumme an der Schillerstraße in Wittingen.
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Neef + Stumme an der Schillerstraße in Wittingen.

Wittingen. Bei der Druckerei Neef + Stumme in Wittingen verlieren rund 50 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Das teilte der geschäftsführende Gesellschafter Andreas Bauer gestern auf IK-Anfrage mit. Die Belegschaft des Unternehmens schrumpft damit um zirka ein Fünftel.

Neef + Stumme hatte Ende Juli wegen drohender Liquiditätsprobleme ein Insolvenzverfahren im Zuge einer sogenannten Sanierung in Eigenverwaltung angeschoben, nachdem es im ersten Halbjahr einen spürbaren Umsatzrückgang gegeben hatte. Die Ursache dafür war laut Bauer, dass Kunden ihre in Wittingen gedruckten Magazine zum Teil komplett einstellten oder deren Auflagen stark rückläufig waren. Zudem gab es Probleme, eine zusätzliche Betriebsmittelfinanzierung zu bekommen (das IK berichtete).

Die 50 Mitarbeiter, die am Freitag mündlich über ihren Jobverlust informiert wurden, bekommen nach Bauers Angaben die Möglichkeit, einen Vertrag bei einer Transfergesellschaft zu unterschreiben, die für ein halbes Jahr ihre Zelte in Wittingen aufschlagen wird. Je nach Betriebszugehörigkeit können die Betroffenen dort für die sechs Monate oder einen Teil der Zeit an Weiterbildungen teilnehmen – mit dem Ziel der Vermittlung in neue Jobs. Sie bekommen für die Zeit 80 Prozent ihres bisherigen Nettogehalts. Eine attraktive Alternative zur Transfergesellschaft gibt es nicht: Wer dort nicht unterschreibt, dem droht die sofortige Kündigung.

Der Personalabbau treffe, so Bauer, überwiegend Hilfskräfte und Verwaltungsmitarbeiter, zudem auch „einige wenige Fachkräfte“. Den Kreis der letztgenannten Gruppe habe man „versucht, möglichst gering zu halten“. Angesichts der Wirtschaftslage rechne man mit einer „hohen Vermittlungsquote“.

Andreas Bauer

„Es war klar, dass wir verschlanken müssen“, sagt Bauer über den Sanierungsprozess. Nach wie vor sei die Marktlage in seiner Branche „nicht berauschend“. Hoffnung mache, dass Mitbewerber Kapazitäten abgebaut haben. Mit dem Betriebsrat sei vereinbart worden, dass Leuten, die jetzt ihre Stelle verlieren, ein neues Angebot gemacht werden soll, wenn Neef + Stumme künftig wieder mehr Personal brauchen sollte. Vom Betriebsrat war gestern keine Stellungnahme mehr zu bekommen.

Von Holger Boden

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