„Das ist ein Skandal“

Angekündigte Schließung des Gifhorner Kreißsaals schlägt hohe Wellen

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Die Bestürzung über die angekündigte Schließung des Kreißsaals im Gifhorner Helios-Klinikum wegen Hebammen-Mangels ist groß.

Gifhorn. Die angekündigte Schließung des Kreißsaals im Gifhorner Krankenhaus schlägt hohe Wellen – nicht nur bei werdenden Müttern, sondern auch in der Politik.

So hat beispielsweise die SPD-Stadtratsfraktion „mit großer Betroffenheit, aber auch mit Bestürzung“ zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Kreißsaal im Helios-Klinikum vom 17. bis 22. Dezember wegen Hebammen-Mangels dicht gemacht werden soll. Die Sozialdemokraten wollen, dass Landrat Andreas Ebel (CDU) rechtlich prüft, ob das Krankenhaus eine Fachabteilung einfach so schließen kann. Albrecht Düsel, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Gifhorn, hält die Schließung für „einen Skandal“ und eine „herbe Enttäuschung für werdende Mütter“. Es sei „ein erneuter Beweis“ dafür, dass das Management von Helios der Aufgabe, für Stadt und Landkreis Gifhorn einen guten Gesundheitsservice vorzuhalten, „nur unvollkommen“ nachgehe.

In Abstimmung mit den Landtagsabgeordneten Philipp Raulfs und Tobias Heilmann sowie dem Bundestagsmitglied und Minister Hubertus Heil will die SPD nach tragfähigen Lösungen suchen. So könnten Hebammen aus anderen Standorten kurzfristig in Gifhorn aushelfen, um die Schließung zu verhindern. Außerdem müssten mit der Arbeitsagentur Modelle gefunden werden, um den Fachkräftemangel schnell zu beheben.

Die AfD-Kreistagsfraktion spricht hingegen von „Doppelmoral“, denn die Altparteien seien es gewesen, die das Gifhorner Krankenhaus vor Jahren ohne Not an einen privaten Betreiber verkauft hätten.

Von Ulrike Meineke

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