Hankensbüttel sollte in den 60er-Jahren durch eine Wasserfläche verschönert werden / Erdaushub reichlich verwendet

Die Anfänge des Isenhagener Sees

+
Winterpracht am Isenhagener See: Das Gewässer gehört heute zu den Attraktionen des Luftkurortes.

Hankensbüttel. Das Bild des verschneiten und zugefrorenen Isenhagener Sees in der IK-Ausgabe vom 7. Januar erinnerte Hankensbüttels Ehrenbürger Gerhard Czichos an die Anfänge des Gewässers. „Hankensbüttel sollte durch eine Wasserfläche verschönert werden.“

In den 1960ern sei das Ackmann-Stadion gebaut worden, da das Gymnasium zuvor weder eine Turnhalle noch einen Sportplatz besessen habe und die Schüler für den Sportunterricht auf den Platz an der Steimker Straße mussten. Dabei habe man gut den Erdaushub verwenden können: Dieser fiel an, als man mit Hilfe eines Schwimmbaggers gegenüber der Badeanstalt auf einer sumpfigen Fläche mit den Arbeiten für das Anlegen des Isenhagener Sees begann.

Eine Bauzeichnung von Oktober 1968 aus dem Samtgemeinde-Archiv von Hagen Eberding: Links oben ist das Ackmann-Stadion zu sehen, rechts der Isenhagener See.

„So sind wir die ausgehobene Erde losgeworden“, sagt Czichos. Zuvor sei dort ein Fischteich gewesen, der durch das Kloster Isenhagen wirtschaftlich genutzt worden sei. Das Waldgebiet Hagen wird vom Hankensbütteler Bach durchflossen, an dem der See aufgestaut und ausgebaggert wurde. Abgerechnet worden seien die Arbeiten über den Zweckverband Gymnasium, dessen Vorsitzender er gewesen sei. Damit war Czichos auch gleichzeitig der Schulträger. Der damalige Oberkreisdirektor Dr. Friedrich Ackmann, der auch der Zweckverband-Versammlung angehörte, unterstützte das Vorhaben. Daher wurde der Platz später auch nach ihm benannt. Die Anlage wurde am 14. Juni 1972 baulich abgenommen. Das Gymnasium feierte in jenem Jahr sein 25-jähriges Bestehen und wollte aus diesem Anlass neben einer Feierstunde auch ein größeres Sportfest veranstalten. Dieses Sportfest sollte gleichzeitig auch die offizielle Einweihung des Sportplatzes sein, ist in den alten Unterlagen zu lesen.

Anfang der 70er-Jahre erfolgte laut Czichos der Bau des Kindergartens – auf dem Gebiet einer Aschenhalde. Es sei wieder Erdaushub vom See zum Bauplatz des Kindergartens gebracht worden. „Man begradigte damit steile Abhänge. Zudem wurden Büsche und Bäume angepflanzt.“ Die Abrechnung sei im Rahmen der Flessner-Ansiedlung erfolgt. „Die Gemeinde hätte das finanziell nicht stemmen können. Sie war arm.“

Die dritte und besonders deutliche Erweiterung des Isenhagener Sees habe umgesetzt und abgerechnet werden können, als in den 70ern der Bau des Hauses des Gastes anstand, sagte Czichos. Dessen Fläche sei tief ausgeschachtet worden. So ist laut dem Ehrenbürger auch zu erklären, weshalb der Isenhagener See an dieser Stelle zwei bis drei Meter tief sei, während es sonst nur bis zu ein Meter sei.

1990 gab es dann erste Überlegungen, einen Fußgängersteg über den Isenhagener See zur Schließung des Rundwanderweges zu bauen. Der Blick über den See auf das Kloster Isenhagen sollte dabei nicht beeinträchtigt werden und die vorhandenen Vogelinseln unberührt bleiben.

Von Paul Gerlach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare