Pädagoginnen-Plädoyer überzeugt Wittinger Politiker

Anbau für Radenbecks Schule

Platzmangel: Die Radenbecker Schule will – anders als hier bei der „mini-Phänomenta“ – keine Experimente mehr, nun soll sie einen Anbau bekommen.
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Platzmangel: Die Radenbecker Schule will – anders als hier bei der „mini-Phänomenta“ – keine Experimente mehr, nun soll sie einen Anbau bekommen.

Radenbeck – Die Radenbecker Grundschule soll einen Anbau bekommen, damit eine Mensa eingerichtet werden kann, 330.000 Euro soll die Stadt Wittingen dafür im kommenden Jahr bereitstellen: Nach diesem Votum sah es in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses zunächst gar nicht aus – doch die Politik ließ sich von einem leidenschaftlichen Plädoyer zweier Lehrerinnen überzeugen.

„Es reicht uns nicht, nur eine Mensa zu bekommen“, erklärte Andrea Lahmann. Es gehe vielmehr auch darum, dass Platz benötigt werde für Inklusion, Gruppenräume, Förderlehrkräfte und einiges mehr. Das Lehrerzimmer sei zu klein, dort habe man „für Vorbereitungen nur 60 Zentimeter Platz“. Zudem fehle ein Konferenzraum ebenso wie ein Sanitätsraum.

Dem Ausschuss lagen zwei Varianten eines Planungsbüros vor – eine ohne Anbau und eine mit. Für die Realisierung wurden 305 000 beziehungsweise 363 000 Euro aufgerufen. Beide Kostenschätzungen sah die Verwaltung kritisch, und Stadtbürgermeister Andreas Ritter hatte zu Beginn der Diskussion die Frage aufgeworfen, ob man sich nicht auf eine Mensa konzentrieren könne.

Das verneinte Lahmann: „Wir haben schon viele Kompromisse gemacht. Jetzt muss mal ein bisschen was kommen.“ Mehr als die Hälfte der 50 Schüler nehme das Ganztagsangebot wahr, gegessen werde derzeit im Werkraum. Und es könne nicht angehen, dass die Schulleitung – wie in einer der Varianten vorgesehen – mit einem 8 Quadratmeter kleinen Raum vorliebnehmen soll.

Schulleiterin Sylvia Lösche selbst erinnerte daran, dass das Essen derzeit in Aluschalen angeliefert werde, und dass das ursprünglich nur eine Übergangslösung sein sollte: „Wir hoffen eigentlich auf eine Küche, aus der die Kinder mit frisch zubereitetem Essen versorgt werden.“ Zu dem von ihrer Kollegin angesprochenen Schulleitungsraum merkte Lösche an: „Ich werde bestimmt nicht in diesem Abstellraum sitzen.“

Die Fraktionen wie auch der Bürgermeister fanden die Argumentation der beiden Pädagoginnen überzeugend – und schnell fand sich einhellige Zustimmung zu Variante 2, die einen Anbau beinhaltet. Allerdings gab es noch Bedenken hinsichtlich der Höhe der Kosten. Dass bei 252 000 Euro für die Ausführung noch 111 000 Euro Planungskosten hinzukommen sollten, fand Dr. Thomas Weiland (FWG) abwegig. Ritter regte an, dass ein Teil der Planungsleistungen durch das Rathaus übernommen werden könnte. Der Ausschuss einigte sich daraufhin auf einen Ansatz in Höhe von 330 000 Euro.

Der vorzeitigen Kündigung der Lebenshilfe, die bisher Räumlichkeiten der Grundschule genutzt hat (das IK berichtete), stimmte der Schulausschuss zu.

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