Altlast ruht weiter

Wittingen - Von Holger Boden. „Was macht eigentlich ...?“ – eine beliebte Rubrik in vielen Zeitschriften, in der es um den Verbleib von Ex-Promis geht. In Wittingen lässt sich die Frage mit Bezug auf eine prominente „Baustelle“ stellen, die noch keine ist. Was macht eigentlich die Altlast hinter dem Wittinger Rathaus?

Dort stand einst ein Gaswerk, in dem so genanntes Stadtgas produziert wurde. Die damit zusammenhängenden Verbrennungsvorgänge haben den Boden mit polcyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen verunreinigt (das IK berichtete).

Genau vor Jahresfrist gab es zu dem Problemfall die letzte Nachricht: Stadtbürgermeister Karl Ridder musste dem Verwaltungsausschuss berichten, dass, anders als geplant, keine Mittel aus dem Konjunkturpaket II für die Sanierung der Altlast zur Verfügung stehen. Ridder hatte vom Gewerbeaufsichtsamt einen ablehnenden Bescheid erhalten.

Im diesjährigen Haushalt der Stadt stehen keine Gelder für das auf eine halbe Million Euro taxierte Sanierungsprojekt. Auf IK-Nachfrage sagte der Rathauschef nun, dass es mit dem Umweltamt des Landkreises Gifhorn noch keine neuen Gespräche gegeben habe.

Ridder schließt daraus, dass die Belastung des Erdreichs hinter dem Rathaus keine unmittelbare Gefahr darstellen kann. Dies bestätigt auch die Leiterin des Gifhorner Umweltamtes, Antje Präger. Jedoch: Unmittelbare Eile ist zwar nicht geboten, auf Jahre hinaus will die Behörde die Kontaminierung aber nicht mehr im Wittinger Erdreich wissen.

„Wir haben die Sache nicht vergessen“, sagt Präger, „das Ganze liegt auf Wiedervorlage.“ Bevor nun im Herbst die Haushaltspläne für 2011 gemacht werden, werde man auf die Stadt zukommen und nach ihren Vorstellungen zu dem Sanierungsfall fragen. Präger: „Ich denke, dass im nächsten oder übernächsten Jahr gehandelt werden sollte.“

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