Schule Radenbeck: Mensa nicht vor 2020 / Rathaus sieht ausreichend Platz / Eichenwaldschule bleibt

Alternativen zum Altbau?

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Der derzeit nicht genutzte Altbau in Radenbeck gilt als denkbare Lösung bei der Suche nach Räumlichkeiten für eine Mensa – im Wittinger Rathaus sieht man allerdings keinen wirklichen Raummangel an der Grundschule. 

Radenbeck. Die Eichenwaldschule soll mit einer Klasse in Radenbeck bleiben – das hatten Eltern im Vorfeld per Unterschriftenaktion deutlich gemacht, das unterstrichen sie mit ihrer Anwesenheit im Wittinger Schulausschuss, das wünschten sich dort auch die beiden Schulleiterinnen Sylvia Lösche und Cindy Krefft.

Und an der Kooperation zwischen der Lebenshilfe und der Grundschule nicht zu rütteln, darin war sich dann auch der Ausschuss schnell einig.

Mit dieser Entscheidung ist aber auch klar, dass an der Radenbecker Grundschule vorerst kein Platz für eine Mensa frei sein wird. Die wird es, wenn sie denn gebaut wird, frühestens 2020 geben. Die Investitionssumme für eine entsprechende Sanierung des Altbaus wird noch nicht im Haushalt des nächsten Jahres stehen – man war sich einig, 2019 zunächst einmal nur Planungskosten für eine Mensa in Höhe von 27 000 Euro in den Etat der Stadt zu schreiben.

Im Aufgalopp zur Sitzung hatte es so ausgesehen, als würde die Politik die Altbau-Sanierung schon auf den auf den Weg bringen. Der Erste Stadtrat Peter Rothe verdeutlichte dann aber die Auffassung der Verwaltung, dass eine Ausgabe von geschätzt 250 000 bis 300 000 Euro angesichts des eigentlich vorhandenen Raumangebots kaum vertretbar wäre: „Die Grundschule wurde mal für 208 Schüler gebaut, inzwischen sind es dort 53 Schüler.“ Neben sieben Klassenräumen gibt es vier weitere Räume, von denen zwei durch die Eichenwaldschule genutzt werden.

Da gebe es, so Rothe, eigentlich freien Raum, nur werde dieser anders genutzt. Und in 18 Monaten zeichne sich noch mehr freier Platz ab – dann nämlich komme es in Radenbeck nach heutigen Planzahlen nur zur Einschulung von drei oder vier Schülern: „Zu 99 Prozent wird es eine Kombiklasse geben.“ Dann würden noch einmal 56 Quadratmeter frei.

Grundschulleiterin Lösche erläuterte dem Ausschuss die Raumnutzung. So diene ein Multifunktionsraum für Werken und Musik, ein anderer Raum für Angebote wie etwa AGs. Ein Betreuungsraum für die Ganztagsschule werde zwar nur für eine Stunde Förderunterricht pro Tag genutzt, eigne sich aber nicht für die Ausgabe des Mittagessens.

Dem Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Christian Hinze-Riechers (CDU), vorerst nur Planungskosten einzustellen, stimmten nach einer Sitzungsunterbrechung auch SPD und FWG zu. Es sei wichtig, die Sache „in Bewegung zu halten“, sagte der Sozialdemokrat Jörg Bialas.

Gleichzeitig dürfte man nun auch nach Alternativen Ausschau halten, etwa eine von Rothe angeregte Umnutzung. Hinze-Riechers betonte, die bauliche Umsetzung der Altbau-Sanierung sei ohnehin 2019 noch nicht möglich, das sei schon vorher klar gewesen. Die im nächsten Jahr anzuschiebende Mensa-Planung soll ergebnisoffen sein. Der Ausschussvorsitzende konnte sich beispielsweise auch einen Anbau an Stelle einer Sanierung vorstellen. In den Altbau kämen die Schüler bei Regen nicht trockenen Fußes.

Von Holger Boden

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