Suche nach besserer medizinischer Versorgung

Knesebeck: Altengerechtes Wohnen mit Arztpraxis?

Ein Hausarzt misst bei einem Patienten den Blutdruck.
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Lässt sich mit einer fertigen Praxis ein Arzt nach Knesebeck locken? Mancher Stadtpolitiker hofft das.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Knesebeck – Nächste Runde in der Diskussion über die medizinische Versorgung in Knesebeck: Die Stadt Wittingen soll nun die Möglichkeit prüfen, ob gemeinsam mit Investoren eine Kombination aus altengerechtem Wohnen und Arztpraxis eingerichtet werden kann. Ein entsprechender Antrag der Grünen wurde in der Sitzung des Stadtrates vergangene Woche angenommen.

Offenbar eine eher halbherzige Zustimmung: 11 Ja-Stimmen aus Reihen der Grünen, der FWG und der BA reichten, weil die SPD sich enthielt. Die CDU und Stadtbürgermeister Andreas Ritter votierten gegen den Antrag. Die Hoffnung der Grünen: dass durch das Investorenprojekt eine attraktive Einstiegsmöglichkeit für einen Arzt geschaffen wird.

CDU-Fraktionschef Walter Schulze (Knesebeck) nannte den Antrag „überflüssig“, der Vorstoß greife zu kurz. Damit werde nur auf eine bestimmte Konstellation zur Lösung des Problems abgezielt, man müsse aber auch andere Varianten prüfen, und da sei die Verwaltung ja ohnehin bereits in Gesprächen.

Auch die SPD halte den Antrag für „nicht zielführend“, sagte der Fraktionsvorsitzende Hans-Heinrich Koch. Gegen bessere Arztversorgung könne aber keiner sein, deshalb werde seine Fraktion sich enthalten.

Selbst FWG-Sprecher Dr. Thomas Weiland räumte ein, man sei vom Inhalt des Antrags „nicht überzeugt“. Die FWG sei aber der Auffassung, dass jede Möglichkeit für eine Verbesserung der Situation genutzt werden sollte.

Ähnlich sieht man es bei der BA: „Es muss ja mal einen Ansatz geben“, sagte Matthias Rönneberg dem IK. Daher sehe seine Fraktion die vorgeschlagene Suche nach einem Investor positiv.

Ritter wählte die gleichen Worte wie Koch, er sah die Stoßrichtung der Grünen als „nicht zielführend“ an. Er versicherte: „Das Thema hat bei mir alleroberste Priorität.“ Es habe vielversprechende Gespräche gegeben, leider aber noch keine Ergebnisse. „Wir sind aber dran an der Sache“, sagte Ritter, der betonte, es liege nicht an der Stadt allein, sondern auch an anderen Akteuren wie der Kassenärztlichen Vereinigung. Und: „Es gibt schlicht zu wenige Hausärzte.“

Zu Beginn der Debatte hatte sich Antragsteller Christian Schroeder (Grüne) gewundert, dass in der Vorlage für den Rat kein Beschlussvorschlag stand. Verwaltungschef Ritter begründete das damit, dass der Verwaltungsausschuss (VA) zuvor den Antrag mehrheitlich abgelehnt hatte. Als sich dann bei der Abstimmung die Hände hoben, merkten mehrere Ratsmitglieder halb fragend, halb lachend an, dass ja gar kein Beschlussvorschlag formuliert worden sei. Der Erste Stadtrat Holger Schulz sagte dazu auf IK-Anfrage, das sei so zu werten, dass über den im Sachverhalt der Vorlage zitierten Beschlussvorschlag abgestimmt worden sei – und da steht der Auftrag zur Prüfung von altengerechtem Wohnen plus Arztpraxis. Vor dem Nein des VA im November hatte der Sozialausschuss sich im Oktober mit einer Mehrheit von 6:2 Stimmen dafür ausgesprochen.

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