„Als Hähnchenmäster relativ gläsern“

+
Rund 40 000 Hähnchenküken bevölkern jeden der drei Ställe im Mastbetrieb von Rainer Wendt in Zahrenholz.

Zahrenholz. – Von André Pohlmann. Einen dritten Hähnchenmaststall hat Landwirt Rainer Wendt aus Zahrenholz vor kurzem in Betrieb genommen. Am 17. Dezember zogen insgesamt 124 800 Eintagsküken in die drei südlich der Ortschaft gelegenen Gebäude ein. Zum ersten Mal wird dabei eine dritte Stalleinheit genutzt, mit der die Kapazität der Anlage um weitere 42 000 Masthähnchen erweitert wird.

Rund eine halbe Million Euro investierte Wendt für das im Herbst errichtete Gebäude. Wärme ist lebenswichtig für die jungen Tiere. Im Stall fühlen sie sich zur Zeit bei rund 28 Grad wohl. Beheizt wird der Stall mit Abwärme aus der benachbarten Biogasanlage. Seine Anlagen bilden gewissermaßen ein „geschlossenes System“, sagt Wendt. Mit dem Mist und mit Gülle aus der Ferkelaufzucht auf seinem Hof sowie mit Mais von seinen Feldern wird die Biogasanlage befüttert. Von dort kommt sowohl die elektrische als auch die Heizenergie für seine Stallanlagen. Das schließlich in der Biogasanlage anfallende Substrat kommt wiederum als Dünger seinen Ackerflächen zugute.

Wichtig sei in der Intensiv-Tierhaltung – den Begriff Massentierhaltung hält Wendt für unzutreffend – Hygiene, Sorgfalt und Sicherheit. Allein schon aus wirtschaftlichem Interesse setzt Wendt, der bereits auf jahrelange Erfahrung in der Hähnchenmast zurückblicken kann, auf doppelte Sicherheit. So ist die Stallanlage sowohl mit einer zusätzlichen Gasheizung als auch mit einem – bei winterlichen Temperaturen ständig beheizten – Notstromaggregat ausgestattet. Im Sommer können die Gebäude mit einer Klimaanlage gekühlt werden.

„Man hat nichts davon, wenn es den Tieren schlecht geht oder wenn Tiere sterben“, sagt Wendt. Hier decke sich das Interesse am Wohl der Tiere mit dem an der Wirtschaftlichkeit seines Betriebes, unterstreicht der Landwirt. Denn wenn die Tiere nicht von einwandfreier Qualität sind, können sie nicht verkauft werden.

Kontrolliert werden die Tiere und der Betrieb mindestens einmal im Monat vom behandelnden Tierarzt und unmittelbar vor dem Abtransport zur Schlachtung vom Kreisveterinär. Das Gewicht der Tiere, die Futtermenge, der Wasserverbrauch, eventuelle tote Tiere im Stall und – sofern notwendig – der Einsatz von Medikamenten muss täglich dokumentiert werden. „Sie sind als Mäster relativ gläsern“, sagt Wendt. Medikamente wie die umstrittenen Antibiotika seien in bestimmten Fällen unerlässlich, meint der Landwirt. Doch schon aus Kostengründen gehe jeder Mäster damit sehr sparsam um. In der Region Gifhorn sei es beispielsweise im vergangenen Jahr nur einmal zum Einsatz gekommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare