„Um alles in der Welt“

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Salut Salon - vier Virtuosinnen musizierten mit großer Ausstrahlung.

Wittingen - Von Jürgen Kayser. „Ausverkauft!“ - Nichts ging mehr am Sonnabend inVon Jürgen Kayser der Wittinger Stadthalle kurz vor dem Auftritt von „Salut Salon “. Drei virtuose Streicherinnen und einen brillant spielenden Pianistin riefen Musikliebhaber en masse vor die Bühne. Die Stadthalle war eine Nummer zu eng bemessen für die musikalische Tour, die den Titel „Um alles in der Welt“ trug.

„Tut uns leid.“ Roger Burmeister, Vorsitzender des Kulturvereins Hankensbüttel, musste manche Nachfrage an der Abendkasse abschlägig beantworten. Die Kulturvereine Wittingen und Hankensbüttel hatten das erfolgreiche Quartett, das im klassischen Musikfach eine Top-Ausbildung absolviert hat und das mühelos große Konzertsäle und internationale Bühnen füllt, ins Isenhagener Land geholt.

Salut Salon wird von Angelika Bachmann (Geige), Iris Siegfried (Violine, Gesang), Sonja Schmidt (Violoncello) und Anne von Twardowski am Schimmel-Flügel repräsentiert. In dieser Besetzung begeisterten die Vier ihr Auditorium.

Verspielt, ideenreich und akrobatisch, wohl auch ein wenig „verrückt“ führen die charmanten Damen ihre Bögen und entlocken den beiden Geigen und dem Cello kunstvoll „schräge Töne“. Und Pianistin Anne Twardowski greift schon mal - auf dem Schemel kniend – tief in die Tasten ihres Flügels. Auch „Oskar“ versteht es, das Auditorium für sich zu gewinnen. Die liebenswürdige Stoffpuppe spielte am Klavier Franz Liszt’ Liebestraum, meisterhaft von den Händen der Pianistin geführt und am Cello zupfte das einzige „männliche Mitglied“ der Gruppe aus Hamburg gar Töne aus Georges Bizets Oper Carmen an.

Spöttelnd und scherzend treibt Salut Salon so Schabernack mit den Werken der großen Meister. Und wiederum auch nicht… Im Mittelpunkt der turbulenten Bühnenshow, in der Klassik, Chanson, Pop und Folk in bester klassischer Tradition neu interpretiert und arrangiert werden, steht eine musikalische Reise.

„Der Abend beschreibt unsere Lust zu reisen, er erzählt von Zuständen und Stimmungen, von fremden Welten und Ländern und den Menschen dort“, skizzierte Violinistin Iris Siegfried die Route, nachdem Salut Salon das Publikum mit Klängen aus Okzident und Orient auf die Fahrt bis ins „Reich der Mitte“ eingestimmt hatte. Zu hören waren untere anderem vom armenischen Komponisten Alexandre Arutjunjan „Impromptu“, des Weiteren ein Chanson aus der Feder des Quartetts, Motive aus „Schwanensee“ (Tschaikowsky), „Moldau“ (Smetana), „An der schönen blauen Donau“ ( Strauss), „Türkischer Marsch“ (Mozart) sowie indische und chinesische Weisen und Lieder – darunter ein 20 Jahre alter wunderschöner Popsong. Auf der Rückreise durch das tiefe Russland hatte Salut Salon traditionelle russische Volkslieder aufgeschnappt und im Stil von Salon Salut arrangiert. „Schwarze Augen“ zum Beispiel.

So ging es Schlag auf Schlag durch die Show, begleitet vom Beifall von den Rängen: Nach der Pause erklangen aus „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgsky „Der Marktplatz von Limoges“ und das „Ballett der Küken in ihren Eierschalen.“

Das große Finale bot einen spannenden Streifzug durch die Musikgeschichte: „Bruder Jakob“ - ein bekanntes französisches Kinderlied ertönte in zig Variationen. Minutenlanger Beifall war der Lohn für Quartett, das sich und mit „wunderschönen und anspruchsvollen Liedern und Stimmen durch die Welt spielte und sang“ lobte ein begeisteter Fan.

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