Niedersächsischer Heimatbund kürt Knesebecker Baumreihe

Die Allee des Monats

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Frühling bei Knesebeck: Der Niedersächsische Heimatbund hat die Allee durchs Bornbruchsmoor zur „Allee des „Monats“ gekürt.

Knesebeck. Ein Titel für Knesebeck: Der Niedersächsische Heimatbund hat die Eichenallee im Naturschutzgebiet Bornbruchsmoor zur Allee des Monats April gekürt.

Die gemeinnützige Institution setzt sich für den Erhalt von Alleen als „wertvolles und kulturhistorisch bedeutsames Naturgut“ ein.

Die Allee östlich von Knesebeck besteht aus über 100 Jahre alten Stieleichen und säumt den Waldlehrpfad im Naturschutzgebiet, das von den Niedersächsischen Landesforsten betreut wird. „Die systematisch an den Wegen angepflanzten Eichen zeugen dabei von den Bemühungen, den kulturhistorischen Weg zur Burg Knesebeck gegen die Gräben zu sichern“, erläutert der zuständige Projektleiter des Heimatbundes, Max Peters.

Neben den Gräben seien Kiefern und Eichen Zeugen der Entwässerung und forstwirtschaftlichen Nutzung des Moores. Ab 1972 wurde die Bewirtschaftung des Gebietes eingestellt, so dass sich ein Wildnisgebiet entwickeln kann. „Nach und nach staut sich das Wasser wieder an, Totholz wird im Wald belassen und die Baumverjüngung erfolgt auf eine natürliche Weise“, beschreibt Peters. „Dadurch kommt am Standort ein Moorbirken-Bruchwald zurück.“

Der Heimatbund sieht darüber hinaus im Landkreis Gifhorn „eine Vielzahl erhaltenswerter Alleen“. Diese würden durch das hohe Alter der Bäume, ihre Vollständigkeit, den durchgängigen Kronenschluss über der Fahrbahn oder ihre kulturhistorische Bedeutung „prägende Landschaftsbildelemente“ darstellen. Dazu, so Peters, gehören beispielsweise die Sommerlindenallee an der K 1 nördlich von Lüsche, die Allee aus Linden und Ahorn an der B 244 zwischen Isenhagen und Hankensbüttel sowie die Birkenallee an der L 265 bei Bokel. „Gerade letztere ist durch die geplante Erneuerung und Verbreiterung der Landstraße gefährdet, und es gilt die Interessen des Naturschutzes und die Belange der Verkehrssicherungspflicht sorgsam abzuwägen, sodass die Allee hoffentlich erhalten bleiben kann“, meint Peters.

Der Niedersächsische Heimatbund erstellt im Rahmen des von der Niedersächsischen-Bingo-Umweltstiftung geförderten Projekts „Die 500 schönsten und wertvollsten Alleen Niedersachsens“ mit Hilfe der Bevölkerung bis Mitte 2018 erstmals eine repräsentative Übersicht der wichtigsten und schönsten Alleen im Bundesland (www.niedersaechsischer-heimatbund.de). Damit soll eine Grundlage für deren Erhalt geschaffen werden. Unter www.alleen-niedersachsen.de kann jeder Bürger eine Allee melden. Bislang sind über 1600 Alleen von mehr als 70 Personen erfasst worden. Diese erfassten Alleen werden von Mitarbeitern des NHB aufgesucht, einheitlich klassifiziert und bewertet. Wesentliche Merkmale sind dabei die Länge und das Alter der Alleen, ihre Baumartenzusammensetzung, Geschlossenheit und landschaftsprägende Bedeutung.

Peters: „Das liefert uns die Datengrundlage, um auf die Erhaltung der Alleen bei Behörden einzuwirken, sinnvolle Schutzmaßnahmen zu entwickeln und vor allem auch der Bevölkerung Argumentationshilfen für ihr Engagement an die Hand zu geben.“ Dabei solle auch aufgezeigt werden, wie Belange der Verkehrssicherheit und des Naturschutzes konstruktiv abgewogen werden.

Von Holger Boden

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