Aldi plant neuen Standort

Noch ist hier grüne Wiese: Der Discounter Aldi will in Wittingen an der Celler Straße bauen.

Wittingen - Von Holger Boden. Die Gerüchte gibt es seit knapp fünf Jahren, doch nun ist es offenbar amtlich: Aldi will sich an einem neuen Standort niederlassen. Das Unternehmen will an der Celler Straße zwischen Jawoll-Markt und E-Center einen Markt mit 900 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten.

Ob es sich um einen Umzug oder eine zusätzliche Filiale handeln wird, darüber hat das Wittinger Bauamt nach Angaben von Amtsleiter Albert Soltau keine Informationen. Allerdings glaubt niemand in Wittingen wirklich, dass der Discounter auf wenigen hundert Metern zwei Läden betreiben will. Wann Aldi an der Celler Straße eröffnen will, ist laut Soltau ebenfalls unbekannt. Von der Aldi-Immobilienverwaltung in Sievershausen waren diesbezüglich gestern keine Auskünfte zu bekommen.

Das Vorhaben beschäftigt am nächsten Montag, 12. Juli, den Wittinger Bauausschuss (18.30 Uhr, Rathaus). Ob der Discounter an der Celler Straße bauen darf oder nicht, ist dabei nicht die Frage – denn das dortige Sondergebiet lässt Vorhaben der genannten Größenordnung zu.

Vielmehr wird es für den Ausschuss darum gehen, ob Aldi von einigen Festsetzungen des geltenden Bebauungsplanes befreit wird. Ein etwa 60 Quadratmeter großer Gebäudeteil und Anlieferungsrampen liegen nach der Planung, die der Stadt Wittingen vorliegt, außerhalb der Baugrenze. Gleiches gilt für Parkflächen, die an der Zufahrtstraße zur Kläranlage und zum E-Center liegen würden und von der Stadt ebenfalls genehmigt werden müssten.

Geklärt werden muss auch die Anlieferung im nördlichen Bereich des Grundstücks, wo die Straße über die Bebauungsplangrenze hinausgeführt werden müsste. Nach Angaben der Stadtverwaltung wäre der Versiegelungsgrad höher als eigentlich zugelassen.

Die Aldi-Immobilienverwaltung hat bei der Stadt einen Antrag auf Befreiung von B-Plan-Festsetzungen gestellt. Der Landkreis Gifhorn als Genehmigungsbehörde hat, wie es in der Vorlage für die Sitzung am Montag heißt, gegen das Vorhaben grundsätzlich keine Einwände – der Ball liegt nun bei der Stadt, die über den Befreiungsantrag entscheiden muss.

Da die Fläche im Gewerbegebiet, die übrigens der Edeka gehört, prinzipiell für derartige Ansiedlungen vorgesehen ist, ist eine neue Grundsatzdebatte über das Projekt nicht unbedingt zu erwarten. Allerdings dürfte in der Diskussion kaum unerwähnt bleiben, dass mit einem Umzug an der Bahnhofstraße ein neuer Leerstand entstünde.

Am bisherigen Aldi-Standort würde es dann zunehmend einsam, nachdem auch der Bekleidungs-Discounter Kik dort seine Zelte abgebrochen hat und ins Einkaufszentrum an der Knesebecker Straße gezogen ist. Das Dänische Bettenlager, dem vor einiger Zeit schon Umzugspläne nachgesagt wurden (die Rede war damals von einer Nachnutzung des ehemaligen Lidl-Marktes am Rathaus), bleibt nach Auskunft seines Pressesprechers Helge Johannsen bis auf weiteres in seinen jetzigen Räumlichkeiten. „Wir haben keine Absicht, zu wechseln“, sagt Johannsen, die Wittinger Filiale entwickele sich gut. Freilich setze man „schon auf ein Einzelhandelsumfeld“ und müsse sich im Falle eines Aldi-Wegzugs „über einen längeren Zeitraum die Umsätze anschauen“.

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