Dem Landvolk stecken die Folgen der Dürre immer noch in den Knochen

360 Agrarbetriebe brauchen Hilfe

+
Hinter den Landwirten liegt ein schwieriges Jahr: Die Betriebsergebnisse brachen regional bis zu 50 Prozent ein. 

Wittingen – „Ein außergewöhnliches Jahr ist vorüber und die Folgen stecken uns immer noch in den Knochen“, sagte Willi Wichmann vom Landvolk-Kreisverband Gifhorn-Wolfsburg während der Bezirksversammlung in dieser Woche in Wittingen vor vollem Saal.

Einbußen von bis zu 50 Prozent

Extreme Nässe im Frühjahr und dann die extreme Trockenheit machten insbesondere den Grünlandbetrieben schwer zu schaffen. „Trotz Feldberegnung konnten erhebliche Schäden an Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben nicht verhindert werden“, bedauerte Wichmann.

Bei gleichbleibenden Betriebskosten brachen die Ergebnisse regional bis zu 50 Prozent ein. Landvolk-Vorsitzender Joachim Zeidler appellierte an die Politik, entsprechende Unterstützung für direkte Einkommenshilfen zu geben.

Er erwähnte auch die Neuordnung der Grundsteuer, die schon jetzt auf erheblichen Widerstand stoße. Landwirte mit großen Hofflächen würden erneut die Verlierer sein. Auch beim Einsatz von Düngemitteln oder beim Pflanzenschutz müsse sich der Staat für die Landwirte stark machen, wenn die Ernährung sichergestellt werden soll.

Klaus-Dieter Böse, Kreisgeschäftsführer des Landvolkes, bezog zur Aktion „Echt grün – eure Landwirte“ Stellung. Dabei geht es um eine umfassende Image-Kampagne, um eine bessere Interessenvertretung, um Versachlichung von Diskussionen über den Einsatz von Antibiotika sowie die positive Rückbesinnung der Bevölkerung auf den gesellschaftlichen Wert einer funktionierenden Landwirtschaft.

Außerdem berichtete Böse über die afrikanische Schweinepest, über die neu verhandelte Rahmenvereinbarung Strom 2019/20 mit der LSW, die Abstandsregelung für Düngemittel an offenen Gewässern und Projekte im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit (Infos dazu unter www.eure-landwirte.de).

Einzelbeiträge folgten von Meira Markmann über steuerrechtliche Änderungen, von Kerstin Marschner aus der Sozialrechtsabteilung über Hofabgaben, Renten und Altenteiler-Angelegenheiten sowie über Betriebs- und Haushaltshilfen während Reha-Maßnahmen und von Annika Ilper aus der Abteilung Agrardienstleistungen über den Bearbeitungsumfang von Anträgen für Dürrehilfe und Agrardieselanträge. Für den Bereich Gifhorn hätten 360 Betriebe für 29.507 Hektar Ackerfläche Beihilfen beantragt.

Langsames Internet im Bromer Bereich

Ilper betonte, dass eine Vielzahl von Anträgen nur noch online zu bearbeiten sei. Landwirt Gerhard Borchert aus Brome beklagte in diesem Zusammenhang die „lähmenden Voraussetzungen“ im Bromer Bereich, weil bei einer Datengeschwindigkeit von 1,2 Megabit derartige Antragsvolumen nicht versendet werden können.

VON HANS-JÜRGEN OLLECH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare