Züchter aus ganz Deutschland bei Landseer-Spezialzuchtschau in Erpensen

Aggressivität ein Fremdwort

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Die Hund wurden in sieben Klassen begutachtet. Die Babyklasse für junge Hunde unter sechs Monaten lief außer Konkurrenz.

Erpensen. Des Menschen bester Freund ist, sagt man, der Hund. Tatsächlich sind Hunde wahrscheinlich die ältesten Haustiere überhaupt.

Sieht man heute die schier unendliche Vielfalt von Hunderassen, dann mag man kaum glauben, dass ihrer aller Stammvater der Wolf sein soll, wie die Wissenschaft uns lehrt, so unterschiedlich sind die Charaktereigenschaften der verschiedenen Rassen. Mittels gezielter Zuchtwahl wurden Wach- und Schutzhunde, Hütehunde, Jagdhunde und Rettungshunde herangezogen.

Zur letztgenannten Kategorie gehören die Landseer, benannt nach einem englischen Kunstmaler des neunzehnten Jahrhunderts, der besonders diese Tiere oft in seinen Bildern verewigte.

Der Verein der Landseerfreunde- und Züchter in Deutschland e. V. richtete am Sonntag in Erpensen seine 20. Spezialzuchtschau für Landseer aus. Ausstellungsleiter Günter Mitschke konnte wieder eine sehr rege Beteiligung von Hundebesitzern- und Züchtern aus ganz Deutschland feststellen.

Die Hunde werden in sieben Klassen begutachtet. Die Babyklasse für junge Hunde unter sechs Monaten läuft gewissermaßen außer Konkurrenz. Eine Veteranenklasse umfasst Hunde mit einem Lebensalter über acht Jahren, in der Jüngstenklasse treten Hunde an, die sechs bis neun Monate alt sind, in der Jugendklasse solche zwischen neun und fünfzehn Monaten. Nach der Zwischenklasse – Alter zwischen fünfzehn und einundzwanzig Monaten – folgt die offene Klasse, in der Hunde ab achtzehn Monaten antreten können. Eine besondere Auszeichnung ist die Zugehörigkeit zur Championsklasse. Sie erreicht erst, wer mehrere Clubanwartschaften und VDH-Anwartschaften errungen hat.

Beurteilt werden die Tiere nach dem Rassestandard für Landseer, europäisch – kontinentaler Typ, der FCI. Die Schulterhöhe soll bei Rüden zwischen 72 und 80 Zentimetern, bei Hündinnen zwischen 67 und 72 Zentimetern liegen, die Farbe ist „ein klares Weiß mit zerrissenen Platten auf der Rumpf- und Kuppenpartie“. Hals, Brust, Bauch und Rute müssen jedoch weiß sein. Auch ein harmonischer Bewegungsablauf geht in die Bewertung ein. Bei jungen Hunden wird eine gewisse Verspieltheit akzeptiert, in der offenen oder gar der Championsklasse legt man dann schon Wert auf Disziplin. Jegliche Aggressivität, die allerdings in dieser Rasse ohnehin mehr als selten ist, führt sofort zur Disqualifikation.

Der Landseer ist, wie seine Freunde und Liebhaber sagen, ein Familienhund. Er verfügt über einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und wird oft auch als Wasserrettungshund ausgebildet.

Neben dem geschilderten Wettbewerb fand eine Zuchteignungsbewertung statt. Bis in die Abendstunden konnten Hundefreunde in Erpensen auf ihre Kosten kommen, bevor sich die Hunde und ihre Besitzer auf die teils recht lange Heimreise begaben.

Von Günter Zogbaum

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