KVN reagiert auf Unterschriften / Ruf nach Podiumsdiskussion

Ärztesituation: Bereich Wittingen für zusätzliche weitere Niederlassungen „gesperrt“

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Zur Liste mit 1000 Unterschriften von Knesebecker Bürgern hält die KVN fest, dass der Wunsch der Bevölkerung nach dem Erhalt am Wohnort ansässiger Arztpraxen „eindrucksvoll bestätigt“ wird. Jens Meyer von der Gruppe „Wir für Knesebeck“ macht sich für eine öffentliche Podiumsdiskussion zur Thematik stark. 

Knesebeck – Mit einer Liste von rund 1.000 Unterschriften (das IK berichtete) haben sich bekanntlich Knesebecker Bürger an die Kommunalpolitik und die Verwaltung sowie an die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) gewendet.

Die Unterzeichner fordern von Politik und Verwaltung Maßnahmen gegen die drohende allgemeinmedizinische Unterversorgung in Knesebeck. Die KVN hat jetzt auf die Resolution reagiert.

In ihrer Stellungnahme betont die KVN, dass der Hausärztliche Planungsbereich Wittingen aufgrund eines Versorgungsgrades von 110,4 Prozent durch Beschluss des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen in Niedersachsen für zusätzliche weitere Niederlassungen gesperrt sei. Dies sei lediglich bei 4 von 14 Planungsbereichen im Bereich der KVN-Bezirksstelle Braunschweig der Fall – Wittingen gehört dazu. Vorhandene Arztsitze/Praxen könnten aber auf Antrag durch eine Entscheidung des Ausschusses nachbesetzt werden. Entsprechende Verfahren seien derzeit aber nicht anhängig.

Die KVN betont, dass sich die Versorgungsstrukturen, auch insbesondere im ländlichen Bereich, anpassen müssten. Sie habe „in zahlreichen Gesprächen“ mit den Kommunen im Planungsbereich Wittingen darauf hingewiesen, dass mit der Zunahme der Niederlassungsmöglichkeiten insbesondere für Hausärzte auch der Konkurrenzdruck zwischen den Kommunen steigen werde. Eine Vielzahl an Städten und Landgemeinden beteilige sich aktiv an der Sicherung der künftigen ärztlichen Versorgung. Im Planungsbereich Wittingen seien „kommunale Maßnahmen bisher nicht feststellbar“ gewesen. Die KVN hält fest: Mit Blick auf den Krankenhausstandort Wittingen sollten Möglichkeiten für sektorenübergreifende Versorgungskonzepte „nicht durch ein eventuelles Festhalten an alten und gegebenenfalls überkommenen Versorgungsstrukturen vernachlässigt werden“.

Jens Meyer von „Wir für Knesebeck“ hält indes eine öffentliche Podiumsdiskussion für sinnvoll – mit Stefan Hofmann (KVN), Dr. Andreas Rühle (Ärztegenossenschaft Niedersachsen Bremen), Volker Siedentopf (Ärztekammer Niedersachsen), Vertretern des Ärztezentrums in Wesendorf, den Knesebecker Ärzten Dr. Karl-Heinz Dettmer und Dr. Siegmund Supady, Stadtbürgermeister Karl Ridder, Ortsbürgermeister Heinz-Ulrich Kabrodt, den Fraktionsvorsitzenden im Rat und Meyer selbst als Vertreter von „Wir für Knesebeck“. Meyer sagt: „Wir müssen die Bevölkerung einbinden, wann immer es geht.“ Die Resolution sei „richtig und wichtig“ gewesen.

VON PAUL GERLACH

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