Ärmer, härter, einfacher

Magdalena Weiland mit Einheimischen aus Butiru.

Knesebeck/Butiru - Von Sabine Peter. „Beeindruckend, prägend und wunderschön“ – so beschreibt Magdalena Weiland aus Knesebeck ihre Zeit in Butiru. Die 20-Jährige verbrachte kürzlich fünf Monate in Uganda. Vier Monate verbrachte sie bei der gebürtigen Wierstorferin Elisabeth Mwaka, die dort seit Jahren Entwicklungshilfe betreibt. Einen weiteren Monat lang reiste sie durch das Land.

„Ich habe gelernt, die Verhältnisse in Deutschland zu schätzen“, berichtet sie dem IK. Im Vergleich zu Uganda lebten die Menschen in Deutschland eher im Überfluss, materielle Werte spielten hier eine große Rolle, vergleicht Weiland. Das Leben in Butiru sei dagegen „intensiver“, das Miteinander habe dort unter den Menschen eine große Bedeutung. Zuhören und das Interesse aneinander seien sehr wichtig, ebenso, dass man sich Zeit nehme. Stress und Hetze gibt es dort nicht, schildert Weiland.

In der Familie Mwaka arbeitete die 20-Jährige im Waisenbüro mit. Gemeinsam mit einer Afrikanerin baute sie das neue Microfinances-Projekt mit auf, durch das die Frauen in Butiru kleine Kredite erhalten. Das Geld bildet für sie den Grundstein für eine Existenz, beispielsweise für einen Gemüsehandel, um die Familie zu versorgen.

Das Leben, das die Knesebeckerin in Butiru kennenlernte, war zwar ärmer und härter als das, was sie bisher kannte. Es war aber auch einfacher, sagt sie. „Die Menschen dort sind trotzdem glücklich.“ Eine weitere Erkenntnis, die die junge Frau gewonnen hat, ist, wie wichtig jeder einzelne Sponsor ist, um besonders den Kindern zu helfen und ihnen eine Schulbildung und damit Zukunft zu ermöglichen.

„Auch das Tellerwaschen mit einem Fetzen Plastiksack und Seife funktioniert“, schreibt die 20-Jährige in einem Brief an den Freundeskreis für Uganda. Und: „Im manuellen Kleiderwaschen bin ich noch kein Profi, aber sicher ein gekonnter Anfänger, ähnlich wie beim Essen mit den Fingern, was außerdem ein ganz anderes Lebensgefühl hervorruft.“ Gewöhnungsbedürftig fand sie hingegen die „Temperaturen der glühenden Sonne“.

Den schweren Erdrutsch in der Region im Frühjahr (das IK berichtete) hat die Knesebeckerin zum Teil mitbekommen. Sie lebte wie viele andere Menschen dort in einem Flüchtlingslager. Dort sei es sehr eng gewesen. „Das Grauen des Erdrutsches habe ich nicht gesehen, aber die Auswirkungen mitbekommen.“ Manche Menschen wollten nicht in die Lager, sondern bei ihren Äckern bleiben – ihrem wichtigsten Besitz.

Rückblickend sagt Weiland, dass sie unbedingt noch einmal nach Afrika möchte. „Man hätte dort so viel machen können.“ Sie weiß aber auch: „Nur Geld hilft dort nicht. Man muss helfen, etwas aufzubauen, damit sich die Menschen dort selbst versorgen können.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare