Knesebeck: Kritik an Informationspolitik und am Umfang der Aktion

Ärger um gefällte Strandbad-Bäume

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Einige Bäume sind erkennbar krank gewesen, bei anderen haben Thomas Brode und Christian Schroeder Zweifel.

Knesebeck – Die nächste Badesaison ist noch fern – doch am Knesebecker Strandbad gibt es jetzt Ärger wegen einer Reihe von Bäumen, die im Auftrag der Stadt Wittingen gefällt worden sind.

Bei Facebook hagelt es Kritik, und Thomas Brode als Vorsitzender des Strandbad-Fördervereins findet einiges an der Aktion fragwürdig.

Zunächst einmal, so Brode, sei ihm die Tatsache aufgestoßen, dass im Vorfeld nicht öffentlich über die Fällung informiert wurde. Die sei am 22. Dezember, einem Samstag, bei Dauerregen über die Bühne gegangen. Weil niemand Bescheid bewusst habe, habe es auch keine Einwände aus der Bevölkerung geben können.

So sah es an dem Ufer, wo nun die Stubben der gefällten Bäume stehen, vorher aus.

Seitens der Stadtverwaltung wird geltend gemacht, dass schon 2017 bei Baumkontrollen festgestellt worden sei, dass 18 Bäume nicht mehr den Anforderungen der Verkehrssicherungspflicht entsprechen. Andere hätten von trockenen Ästen befreit werden müssen. Mit schwerem Gerät habe man allerdings zunächst nicht an die Bäume herankommen können. Ein dann zunächst beauftragter Baumkletterer habe seinen Auftrag nicht ausgeführt. Nun sei eine Firma mit der Fällung beauftragt worden – man habe in Pilzbefall, aufgerissenen Stämmen, abbrechenden Ästen und „Bewegung in den Wurzeln“ Gefahr gesehen. Über ein freigeräumtes Grundstück sei zwischenzeitlich die Zufahrt möglich geworden.

Ortsbürgermeister Heinz-Ulrich Kabrodt (SPD) kann die Fällung nachvollziehen: „Die Bäume waren kaputt und krank.“ Er war zuvor über das Vorhaben informiert. Aus dem Rathaus heißt es, dass „selbstverständlich“ neue Bäume gepflanzt werden.

Für Stadtbürgermeister Karl Ridder ist die Fäll-Aktion ein „ganz normaler Vorgang“. Die abgängigen Bäume seien von einer Baumgutachterin untersucht und gekennzeichnet worden. Eine Pflicht der Stadt zur Information im Vorfeld sehe er nicht.

Brode kann bei einigen Bäumen, deren Stubben nun am Ufer des Badeteiches stehen, die Notwendigkeit der Fällung durchaus verstehen. Doch neben der Informationspolitik bemängelt er den Umfang der Arbeiten: „Einige Bäume wirken gesund.“

Zustimmung bekommt er von Christian Schroeder. Das Stadtratsmitglied der Grünen hat sich Donnerstagnachmittag vor Ort ein Bild gemacht: „Ich bin dann doch ein bisschen schockiert, wie die Fläche gerodet wurde.“ Der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, sei verständlich. Das Ausmaß der Fällung hält derweil auch er für fraglich.

Brode verweist auch auf den früheren Bewuchs mit Brombeersträuchern. Die Früchte habe man aus dem Wasser heraus pflücken können, nun seien die Sträucher großflächig verschwunden – und von denen sei wohl kaum eine Gefahr ausgegangen. Ein Eisvogel, der bisher Stammgast in den Büschen am Badesee-Ufer gewesen sei, sei nun wohl auch weg.

Von Holger Boden

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