Handlungsbedarf in Wittingen geht über Erneuerung der Technik hinaus

50.000 fürs Freibad – und noch mehr

26 Grad Wassertemperatur im „Schwimmer“? Bis es wieder soweit ist, werden den Winter über einige Fragen zur Reparatur oder Sanierung des Beckens zu klären sein.
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26 Grad Wassertemperatur im „Schwimmer“? Bis es wieder soweit ist, werden den Winter über einige Fragen zur Reparatur oder Sanierung des Beckens zu klären sein.

Wittingen. Nach dem vorzeitigen Ende der Badesaison im Ernst-Siemer-Bad investiert die Stadt Wittingen rund 50.000 Euro in den Austausch der kaputten Technik zur Wasseraufbereitung.

Das berichtete Stadtbürgermeister Karl Ridder am Mittwochabend dem Freibad-Förderverein, auf dessen Mitgliederversammlung im Hotel Nöhre er zu Gast war. Weitere Ausgaben für das Schwimmerbecken zeichnen sich ab – wie hoch sie ausfallen, werden die Haushaltsberatungen in den nächsten Wochen zeigen.

Wird das Wittinger Freibad 2019 pünktlich öffnen können? Stadtbürgermeister Karl Ridder versuchte, die Zweifel von Mitgliedern des Fördervereins zu zerstreuen.

Ridder drückte noch einmal sein Bedauern darüber aus, dass am 23. August abrupt das Freibad geschlossen werden musste. Aus Verantwortlichkeit für einwandfreie Wasserqualität habe es keine andere Wahl gegeben. Von den technische Problemen drei Wochen vor dem geplanten Saisonende waren die Umwälzpumpen, die Steuerungstechnik und die Chlorierung betroffen. Zwei neue Umwälzpumpen – Kostenpunkt 35.000 Euro – sind nach Ridders Angaben am Dienstag bestellt worden. Der Liefertermin ist offen, aber sie sollen nach Möglichkeit noch in diesem Jahr einen Probelauf absolvieren: „Damit wir im Frühjahr keine bösen Überraschungen erleben.“

Der Fördervereins-Vorsitzende Friedrich O. Winkelmann sah die technischen Schwierigkeiten angesichts des verspäteten Saison-Auftakts im Mai als „nicht überraschend an“. Offen blieb aber, welche Zusammenhänge es da tatsächlich gab. Ridder räumte ein, es könne zu Saisonbeginn – nach der Kündigung eines Schwimmmeisters – vielleicht zu Kommunikationsproblemen zwischen dem Freibad-Team und der Verwaltung gekommen sein. Und die neuen Kräfte hätten sich erst in die Technik einarbeiten müssen.

Es sei „müßig, nach Schuldigen zu suchen“, meinte Ridder. Dass er sich im Namen der Verwaltung für die holprige Saison entschuldigte, kam beim Förderverein gut an.

Neustart also. Rathaus und Förderverein nahmen sich vor, mehr miteinander zu reden und gemeinsam auch für eine bessere Optik des Freibads zu sorgen. Die sah der Verein durch städtische Kräfte dieses Jahr vernachlässigt. Laut Ridder arbeite man an einer Lösung, vielleicht werde es eine Art Hausmeister für das Bad geben.

Auf die Agenda kommt in den anstehenden Haushaltsberatungen auch die Folie, mit der das Schwimmerbecken ausgekleidet ist. Die ist von 2001 und wurde in den letzten Jahren immer mal wieder geflickt. Ein Angebot über 12.000 Euro für eine großflächige Reparatur liegt im Rathaus vor. Die Politik dürfte sich auch mit der nicht ganz neuen Frage beschäftigen, ob nicht grundlegend investiert werden muss, zum Beispiel in ein Edelstahlbecken.

Von Holger Boden

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