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5000 Euro für die Wittinger Tafel

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Von: Pascal Patrick Pfaff

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Mitarbeiter der Wittinger Tafel sortieren Lebensmittel
Die Wittinger Tafel soll Geld von der Stadt bekommen. © Boden, Holger

Die Wittinger Tafel bekommt von der Stadt 5000 Euro. Das Geld gibt es als Betriebskostenzuschuss, der dem Produkthaushalt für das Jahr 2023 entnommen werden soll.

Wittingen – Diese Empfehlung trafen die Mitglieder des Ausschusses für Kinder, Jugend, Senioren und Integration einstimmig auf ihrer jüngsten Sitzung. Abzuwarten bleibt nun, ob der Posten die noch ausstehenden Haushaltsberatungen übersteht.

Das Thema geht zurück auf einen Antrag der BA-Fraktion vom 3. März. Darin wird die Hoffnung geäußert, dass seitens der Stadt eine „Übernahme sämtlicher Strom- und Heizkosten der Wittinger Tafel“ erfolgt – „als sichtbare und wirtschaftliche Anerkennung für die herausragende ehrenamtliche Tätigkeit“.

Eckhard Meyer, BA-Fraktionsvorsitzender, unterstrich denn auch in der Sitzung, für wie dringend er die Angelegenheit hält. Weder die politischen Vertreter noch die Verwaltung könnten verantworten, dass in den Dorfgemeinschaftshäusern (DGHs) Betriebskosten für Feierlichkeiten seit Jahrzehnten durch Steuermittel getragen werden, „während die Tafel allein für ihre Betriebskosten aufkommen muss“. Ein Satz, der Karl-Heinz Gauert (SPD) nicht gefiel: „Ich halte es für verwerflich, DGHs mit der Tafel in Verbindung zu bringen. Der Vergleich passt nicht.“ Meyer sprach in der Folge von einer „falschen Formulierung“ – hielt aber an der Kernbotschaft fest: „Vom Prinzip her ist sie wahr.“

Das sah auch Stadtbürgermeister Andreas Ritter so. Er wisse von Thomas Finnern, dem ehemaligen Vorstand der Wittinger Tafel, in welchem „Dilemma“ die Einrichtung sei. „Die Tafel hat ihre Räumlichkeiten in einer alten Schlachterei. Das ist alles sehr eng und wenig ansprechend. Andere Räumlichkeiten in Zentrumsnähe bekommt sie aber einfach nicht. Ohne finanzielle Unterstützung wird sich dann auch nichts tun.“ Kurzum: Für die Tafel sei es am besten, aus dem Haus in der Kleinen Wallstraße rauszukommen.
Einen Anfang macht dabei die Stadt, welche laut Ritter mit den 5000 Euro ein Signal setzen und so ihre Anerkennung zeigen will.

Derweil hat der Rathauschef von Finnern auch gehört, dass die Tafel momentan ein monatliches Minus von 540 Euro macht – was auf das Jahr gerechnet 6480 Euro ergibt. Die Stadt erhoffe sich denn auch Unterstützung vom Landkreis, so Ritter. Konkret gehe es um weitere 5000 Euro für die Wittinger Tafel.

Von den Ausschussmitgliedern wurde denn auch begrüßt, in Gifhorn um Hilfe zu bitten. Für Hermann Lahmann (CDU) ist „die Tafel eine tolle Einrichtung“, weshalb „wir auf die Kreistagsabgeordneten einwirken sollten“. Und Lars Dreyer-Winkelmann (FWG) ergänzte: „Wir sollten darauf bauen, dass sowohl Stadt als auch Landkreis je 5000 Euro beisteuern.“ Jedoch müsse noch abgewartet werden, wie sich der Landkreis positioniert. Die Bürgerin Sandra Hasenfuss fragte sich indes, was die Stadt noch machen könne, um die Situation bei der Tafel zu verbessern. Ihr Vorschlag: Hilfe zur Selbsthilfe geben und Supervision anbieten.

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