Neubau von Liegestelle: Stadt Wittingen hofft auf Perspektiven am Hafen

5-Millionen-Projekt am Kanal

Baustelle bis Sommer 2020: Nördlich der B 244-Brücke am Wittinger Hafen entsteht eine neue Liegestelle.

Wittingen. Die Stadt Wittingen und die Osthannoversche Umschlagsgesellschaft machen sich nach jahrelangem Stillstand neue Hoffnung auf Fortschritte beim Ausbau der Umschlagskapazitäten im Wittinger Hafen.

Das ist wichtig für Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen – und für die Attraktivität des Hafengebiets für Neuansiedlungen.

Quell der Hoffnung ist der Bau einer neuen Liegestelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Uelzen. Die Arbeiten dafür laufen nördlich der B 244-Brücke seit kurzem. Die Liegestelle soll rund 600 Meter lang werden und Platz bieten für Kanalkapitäne, die mit ihren Schiffen einen Zwischenstopp einlegen wollen.

Wenn dieser Neubau fertiggestellt ist, könnte die alte, marode Liegestelle auf der anderen Brückenseite frei werden für andere Zwecke, zum Beispiel Güterumschlag. Könnte – denn nach wie vor ist offen, ob die Stadt bzw. die OHU (an der die Stadt zu 50 Prozent beteiligt ist) Zugriff auf diesen Kai bekommt. „Es geht noch ums Ob“, beschreibt Stadtbürgermeister Karl Ridder den Stand der Diskussion.

Aber, und das ist die zweite neue Perspektive: Die Gespräche über den Anleger sind inzwischen auf hoher administrativer Ebene angelangt. Kürzlich kamen dafür laut Ridder Vertreter der Stadt Wittingen, der OHU, der N-Bank und des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums an einen Tisch, auch der Landtagsabgeordnete Tobias Heilmann war eingebunden. Der Rathauschef hat viel Positives mitgenommen: „Es gibt noch nichts Zählbares, aber man findet Gehör. Ich denke, wir sind einen guten Schritt weitergekommen.“

Für Ridder und sein Team im Wirtschaftsamt geht es darum, den Hafen fit zu machen für zusätzliche Güterumschläge, darunter auch Schwergut. Denn die Knesebecker Firma Butting hat schon vor einiger Zeit Pläne für ein Standbein am Hafen kommuniziert, das auch mit der Verladung schwerer Objekte verbunden wäre. Das Unternehmen benötige „ein eindeutiges Signal“, weiß Ridder.

Könnte die Stadt die alte Liegestelle übernehmen, müsste sie das marode Bauwerk freilich noch ertüchtigen – im derzeitigen Zustand wäre der Anleger, aus dem mittlerweile Gras wächst, den perspektivischen Anforderungen nicht gewachsen. Ridder hofft, dass beim Wasser- und Schifffahrtsamt ein gewisses Interesse besteht, sich dieser Kosten zu entledigen. Dafür dürfe dann aber der Übernahmepreis auch nicht allzu hoch ausfallen. Bisher waren Verhandlungen zwischen Stadt und WSA stets am Preis gescheitert.

Eine Weile wird es noch dauern, bis die alte Liegestelle – vielleicht – verzichtbar wird für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Laut Stefan Behrens, Sachbereichsleiter beim Neubauamt in Hannover, ist die Fertigstellung der neuen Liegestelle für Sommer 2020 vorgesehen. Bauzeit also zirka zwei Jahre. Der Bund investiere in das Projekt rund 5 Millionen Euro brutto. Die Liegestelle bekommt Beleuchtung sowie Stromanschlüsse für die Schiffe.

Von Holger Boden

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