Flächen hinter Wittinger Rathaus: Landkreis sieht Handlungsbedarf

300 000 Euro für Altlast

Hinter dem Wittinger Rathaus muss aufgeräumt werden. F.: bo

Wittingen. Jetzt muss die Stadt ran – ran an die Altlast hinter dem Rathaus. Und das wird nicht billig: 300 000 Euro sind zunächst einmal für weitere Schritte vorgesehen.

Das Ziel ist die nähere Untersuchung und gegebenenfalls auch Beseitigung von Erdreich, das mit polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) verunreinigt ist. Die Verbindungen sind Rückstände eines Gaswerks, das bis in die 50er Jahre in Betrieb war.

„Das ist der Einstieg“, meint Stadtbürgermeister Karl Ridder zu der Summe, die der Verwaltungsausschuss nun als außerplanmäßige Ausgabe an den Stadtrat empfohlen hat. Was über die 300 000 Euro hinaus auf die Stadt zukommt, dass wisse noch niemand. Vor zwei Jahren war in Schätzungen von Gesamtkosten in Höhe von 500 000 Euro ausgegangen worden. Der Versuch, Mittel aus dem Konjunkturpaket für die Maßnahme einzuwerben, blieb erfolglos.

Das Umweltamt des Landkreises war 2008 bei der Erstellung eines Altlasten-Katasters auf die Hinterlassenschaft gestoßen. Erste Untersuchungen hatten dann ergeben, dass für das benachbarte Wasserwerk keine Gefährdung von der kontaminierten Brache ausgeht. Die Gifhorner Umweltbehörde legt dennoch großen Wert darauf, dass nun gehandelt wird: „Je eher, desto besser“, sagt Amtsleiterin Antje Präger.

An fünf Stellen sollen zunächst Grundwasserbrunnen gebohrt werden. Diese Messstellen dienen laut Präger dazu, „festzustellen, welche Qualität das Grundwasser hat, das auf die Schadstelle zufließt, und welche Qualität das Wasser hat, das wegfließt“. Zudem soll der genaue Umfang der Schadstoff-Ablagerungen ermittelt werden.

Für die damit beauftragten Fachleute wird es um zwei unterschiedliche Bereiche gehen. Der Bereich direkt hinter dem Rathaus ist frei zugänglich. Dort könnte ein Bagger leicht belastetes Erdreich abtragen. Weil hier Regenwasser Schadstoffe weiterspülen könnte, sieht man in diesem Abschnitt laut Präger „eher Handlungsbedarf“.

Wobei „eher“ zeitlich gemeint ist. Denn auch ein wohl mit PAK verunreinigter Bereich, auf dem heute Garagen stehen, muss nach Auffassung des Umweltamtes früher oder später dekontaminiert werden. „Irgendwann muss man da ran“, sagt Präger, „das kann auch in 50 Jahren sein.“ Vorteil des Erdreichs unter den Garagen: Regenwasser kann hier nichts ausspülen und keine PAK auf dem Weg in die Tiefe mitnehmen.

Untersucht werden beide Bereiche, doch für Präger ist klar, dass die 300 000 Euro wohl auf keinen Fall reichen werden, auch den Untergrund unter den Garagen zu sanieren. Ob das gesamte Vorhaben noch in diesem Jahr angeschoben wird, ist offen. Wenn die von der Stadt in Auftrag zu gebende Planung vorliegt, werden Stadt und Landkreis das weitere Vorgehen abstimmen.

Von Holger Boden

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