270.000 Euro für Flachdach

Wittinger Stadthalle: Kontroverse über Umfang weiterer Sanierung

  • Holger Boden
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Wittingen. Die Wittinger Stadthalle ist seit einigen Jahren saniert, die Teilsanierung des Flachdachbereichs steht noch aus – und hat jetzt für eine kontroverse Diskussion im Wirtschaftsausschuss gesorgt.

Mit 5:3 Stimmen votierten CDU und Grüne für das Vorhaben, während aus den Reihen von SPD und FWG Kritik kam.

Waren die Kosten für das neue Flachdach zuletzt auf rund 216 000 Euro taxiert worden, so legte der beauftragte Planer Joachim Grahn dem Ausschuss nun eine neue Kalkulation vor. Denn inzwischen haben sich, wie es aus dem Rathaus heißt, weitere Anforderungen hinsichtlich Brandschutz und statischer Ertüchtigungen ergeben. Grahn rechnet jetzt mit Gesamtkosten in Höhe von 270 000 Euro. Die Verwaltung hofft, dass ein großer Teil der Summe über Zuschüsse nach dem Kommunalinvestitionsfördergesetz abgedeckt werden kann – bis zu 90 Prozent. Die Aussichten dafür seien „eigentlich gut“, sagte Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse auf Nachfrage von Dr. Thomas Weiland (FWG).

90 Prozent, das sei „ein Schnäppchen vor dem Herrn“, befand Uwe Hoppmann (CDU). „Das hätten wir vor vier Jahren alles selbst bezahlen müssen.“ Damit meinte der Glüsinger die Planungen für die 2015 schließlich erfolgte Stadthallen-Sanierung, in die Bereiche wie das ehemalige Restaurant (jetzt als Stuhllager genutzt), der Thekenraum und die Küche nicht einbezogen waren.

Während allerdings Hans-Heinrich Koch (SPD) „noch Beratungsbedarf“ zur Dachsanierung sah, kam von Weiland direkte Kritik am Umfang des Vorhabens: Es sei bei der Stadthallen-Sanierung seinerzeit um das Ziel eines reinen Hallenbetriebs mit Bedarfsgastronomie gegangen, Küche und Restaurant sollten nicht weiter betrieben werden, darin sein man sich einig gewesen. Wenn nun auch über diesen Bereichen das Dach saniert werde, dann „verfestigen wir den baulichen Zustand“. Der wirksamste Schutz gegen Brände im Zwischentrakt zwischen Halle und Hausmeisterwohnung sei es, diesen abzureißen.

Bürgervertreter Jörg Friedrichs hielt dem entgegen, dass ein Caterer bei Veranstaltungen in der Stadthalle eine Küche brauche. Eine selbstständige Gastronomie könne dort hingegen „nicht wieder entstehen“. Und während Heinz-Ulrich Kabrodt (SPD) die Gefahr sah, dass aus Steuergeldern Konkurrenz für örtliche Gastronomie gefördert wird, fand Matthias Rönneberg (CDU), es gehe „doch nur ums Dach“. Für SPD-Mann Koch stellte sich derweil die Frage: „Warum soll ich etwas sanieren, das ich gar nicht nutzen will?“ Es sei ursprünglich um das Dach des Foyers gegangen, nun werde schrittweise nachgelegt.

Nachgelegt wird auch im Stadthallen-Foyer selbst: Voraussichtlich Anfang Oktober sollen dort Akustikplatten eingebaut werden, drei Deckenabsorber und eine nicht näher genannte Zahl von Wandabsorbern. Die Akustik im Foyer gilt seit der Sanierung der Stadthalle als schlecht.

Von Holger Boden

Rubriklistenbild: © dpa

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