Gegner sehen Erfolg / Lessiener bangen um Weideland

2000 Einwendungen im Süden der A 39

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Die Skizze der Niedersächsischen Straßenbaubehörde zeigt den Trassenverlauf im Abschnitt 7 zwischen Ehra und Tappenbeck.

Wittingen/Ehra/Wolfsburg. Rund 2000 schriftliche Einwendungen von Bürgern gegen die A 39 sind im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für den Abschnitt 7 (Ehra-Wolfsburg) gemacht worden.

Diese Zahl hat die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gestern auf IK-Anfrage bestätigt. Der Dachverband der Autobahngegner wertet das als „beeindruckende Ablehnungsfront“.

Die Autobahngegner werten die Zahl der Eingaben als Erfolg.

Eingabeberechtigt waren nach Angaben von Behördensprecher Jens-Thilo Schulze Bürger, die geltend machen können, von den Plänen direkt betroffen zu sein – also in der Regel Menschen, die in den Orten links und rechts der Trasse zwischen Ehra-Lessien und Tappenbeck wohnen. Das dürften etwa 15 000 Einwohner sein. Beim Dezernat für Planfeststellung in Hannover liegen nach Informationen des Dachverbandes rund 1400 Einzeleinwendungen vor sowie eine gemeinsame Einwendung von 300 Mitgliedern des Schutz- und Klagefonds und 269 Einwendungen auf Unterschriftenlisten.

Dem Sprecher zufolge bezieht sich die Kritik in den Einwendungen vor allem auf befürchtete Umweltschäden, Lärm und Abgase. Zudem hätten viele Bürger sich auch gegen die Planungen für eine Tank- und Rastanlage zwischen Jembke und Tappenbeck gewandt.

Die Ehranerin Anne-Kathrin Schulze ist „überwältigt“ von der Zahl der Einwendungen. Allein 103 davon seien aus Lessien mit seinen 150 Haushalten gekommen – Schulze selbst hat sie gesammelt. Die Bürger hätten sich vor allem gegen den zu erwartenden Zubringerverkehr gewandt sowie gegen den Verlauf der Trasse, die bis zu 250 Meter an den Ort heranrücke – ohne, dass ein Lärmschutzwall geplant sei. Zudem macht den Einwohnern der geplante Rückbau der direkten Verbindung zwischen Ehra und Lessien zu einem Wirtschaftsweg Sorgen. Gravierenden Widerstand, so Schulze, gebe es auch, weil viel Weideland als Renaturierungsfläche im Zuge des Autobahnbaus beansprucht werde.

Das Fortschreiten der Planung wirft die Frage auf, wie groß der Widerstand sein wird, wenn die nördlich und südlich von Wittingen geplanten Abschnitte 5 und 6 auf die Agenda kommen. Zumindest für den Abschnitt 6 (Wittingen-Ehra) ist inzwischen das Planfeststellungsverfahren in Sicht: Angepeilt ist nach Angaben von Behördensprecher Schulze, das Verfahren zum Jahreswechsel 2015/2016 zu beantragen.

Zuletzt war es eher ruhig geworden um die A 39-Gegner im Isenhagener Land – doch der Rader Uwe Bilau bezeichnet die Gruppe als „sehr aktiv“. Mehrere Dachverbandstreffen hätten zuletzt in Wittingen stattgefunden, die Vernetzung mit den Mitstreitern im Norden und Süden sei bestens. Die 2000 Einwendungen zwischen Ehra und Tappenbeck sieht auch Bilau als Erfolg. Die Thematik der Tank- und Rastanlage habe sicherlich viele Bürger mobilisiert, ebenso wie die Bedrohung des Tappenbecker Sportplatzes durch die Autobahntrasse.

Von Holger Boden

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