11.542 Menschen mit Erstwohnsitz in der Stadt Wittingen gemeldet / 2013 nur 84 Geburten

Einwohnerzahl fällt weiter

+
Verliebte hat Wittingen offensichtlich durchaus zu bieten. In den Geburtenzahlen schlägt sich das noch nicht entscheidend nieder.

Wittingen. Eines hat sich überhaupt nicht geändert an der Einwohnerstatistik der Stadt Wittingen: Wollerstorf ist und bleibt der kleinste Ort im Stadtgebiet. Am 31. Dezember 2013 waren dort noch 22 Menschen mit Hauptwohnsitz gemeldet, fünf weniger als noch vor Jahresfrist.

Dieser Rückgang – wenig überraschend in Zeiten demografischer Schrumpfung – ist symptomatisch für das gesamte Stadtgebiet. Im Laufe des Jahres 2013 hat sich die Einwohnerzahl der Stadt Wittingen von 11 628 auf 11 542 verringert. Ein Minus von 0,74 Prozent (alle angegebenen Zahlen beziehen sich auf den Hauptwohnsitz).

Es gibt allerdings auch ein paar Überraschungen gegen den Trend: Darrigsdorf zum Beispiel hat ordentlich zugelegt, die Zahl der mit Hauptwohnsitz gemeldeten Bürger hat sich von 230 auf 241 erhöht. Das sind immerhin fast 4,8 Prozent Zuwachs. Darüber wären viele Kommunen schon äußerst glücklich. Auch der Nachbarort Glüsingen ist von 202 auf 210 Einwohner gewachsen. Teschendorf hat von 96 auf 105 Bürger zugelegt, das ist ein Plus von fast 10 Prozent.

Doch diese kleinen Erfolgsgeschichten vom Dorf können den allgemeinen Abwärtstrend nicht korrigieren, der sich – in absoluten Zahlen – vor allem in den größeren Orten bemerkbar macht. Im Kernort Wittingen hat sich die Einwohnerzahl von 4632 auf 4574 verringert. Knesebeck mit einem Minus von 11 Bürgern (jetzt noch 2640) steht da noch vergleichsweise gut da. Ohrdorf schrumpft von 421 auf 403 Einwohner, das sind 4,3 Prozent Verlust.

Den prozentual stärksten Einwohnerrückgang muss, nach Wollerstorf, Boitzenhagen hinnehmen – die Kopfzahl im Ort fällt von 265 auf 246, ein Minus von 7,2 Prozent. Radenbeck verliert nur 2 Einwohner (jetzt: 563), Vorhop gewinnt sogar 3 hinzu (jetzt: 503).

Die Stadt Wittingen schrumpft damit nicht ganz so stark wie etwa in der Bertelsmann-Demografiestudie (das IK berichtete) prognostiziert – dort wird davon ausgegangen, dass sich die Einwohnerzahl von 11 840 im Jahr 2009 auf 11 250 im Jahr 2015 reduziert. Das kann zwar freilich theoretisch immer noch passieren, allerdings nicht mit der aktuellen Schrumpfungsrate.

Wenn der Stadt Wittingen pro Jahr 86 Einwohner abhanden kommen, dann liegt das nicht allein, aber in hohem Maße am fehlenden Nachwuchs. Im Jahr 2013 sind im gesamten Stadtgebiet nur 84 neue Erdenbürger gemeldet worden. Dem stehen 131 Todesfälle entgegen. Der Saldo aus Zu- und Abwanderung beläuft sich damit auf minus 39.

Die Folgen des Einwohnerschwunds sind hinlänglich bekannt: weniger Kaufkraft, weniger Fachkräfte, weniger Auslastung in den Schulen, sinkende Nachfrage nach Immobilien und damit auch sinkende Häuserpreise. Deshalb sagt auch Stadtbürgermeister Karl Ridder: „Ohne Zuwanderung geht es nicht.“ Derzeit haben 297 Ausländer ihren Hauptwohnsitz in Wittingen.

Immerhin: Noch stärken 1024 Menschen mit Nebenwohnsitz die Kaufkraft im Stadtgebiet (2012: 1023). Doch das ändert nichts an den generellen Herausforderungen, denen sich die Stadt in nächster Zukunft stellen muss. Gibt es keinen wie auch immer gearteten Zuzug substanzieller Art, dann werden die 84 Neugeborenen von 2013 im Wesentlichen die Sechsjährigen von 2019 stellen. An drei Grundschulen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare