Umweltbonus auch im Kreis Gifhorn noch kein Renner

Nur 0,14 Prozent Elektroautos

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Sieht man nicht jeden Tag: Ein E-Golf „tankt“ an der Wittinger Schnellladesäule am Parkplatz Achterstraße.

Wittingen/Landkreis. 600 Millionen Euro sind im Topf, nur etwas mehr als ein Zehntel davon ist bislang abgerufen worden: Die Deutschen haben zum Umweltbonus für den Kauf von Elektroautos noch keine Liebesbeziehung entwickelt – das ist die Zwischenbilanz nach der halben Laufzeit des auf drei Jahre angelegten Programms der Bundesregierung.

Und die Autofahrer im Landkreis Gifhorn machen keine Ausnahme bei dieser deutschlandweiten Zurückhaltung.

Knapp 47 000 Anträge sind seit dem Umweltbonus-Start im Juli 2016 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingegangen. Aus dem Landkreis Gifhorn können es nicht viele gewesen sein: Ende 2017 waren kreisweit 119 Elektrofahrzeuge zugelassen, nur 35 mehr als Ende 2016.

Wer sich einen Stromer kauft, bekommt vom Staat 2000 Euro Prämie. 1500 Euro sind es bei einem Hybridfahrzeug. 98 Autos mit dieser Antriebsart waren zum Jahreswechsel im Landkreis Gifhorn angemeldet, ein Zuwachs von 56 gegenüber Ende 2016.

Nimmt man E- und Hybrid-Autos zusammen, dann machen diese zusammen gerade einmal 0,14 Prozent des Fahrzeugbestandes der Kreisbewohner aus – Ende 2017 waren hier 151 753 Fahrzeuge zugelassen, nur jedes 700. davon war ein Elektromobil. Die Zahl der beim Landkreis registrierten Pkw belief sich auf 104 132.

Immerhin: Das BAFA meldet eine monatliche Steigerung beim Interesse am Umweltbonus. Als Hauptargument für die Entscheidung gegen ein Elektroauto gelten vielen Käufern nach wie vor der hohe Preis sowie die bei vielen Modellen geringen Reichweiten.

Ein Baustein, der helfen soll, die E-Mobilität attraktiv zu machen, ist die Wittinger Schnellladesäule am Parkplatz Achterstraße. Für 80 Prozent Zuladung steht ein Fahrzeug dort etwa 40 Minuten, mit drei Steckmodulen werden prinzipiell alle Fahrzeugtypen abgedeckt. Laut Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse sind dort im vergangenen durchschnittlich 15 bis 25 Ladevorgänge pro Monat registriert worden, im November seien es sogar über 50 gewesen.

Meistens aber nicht mal ein Auto pro Tag – das klingt noch nicht nach Ansturm. Kruse sagt allerdings, im Vergleich mit anderen Stationen, den er in einem Web-Portal vorgenommen habe, seien die Zahlen noch „verhältnismäßig gut“ – eben auch unter der Berücksichtigung der geringen E-Auto-Dichte im Landkreis. Gleichzeitig registriere man im Rathaus aber auch Anfragen von Ortsfremden, die eine Reise planen und sich über die Auflademöglichkeiten in Wittingen informieren wollen.

Bislang ist das Laden an der Achterstraße kostenlos. Über den entsprechenden Vertrag von Stadt und LSW dürfte dieses Jahr diskutiert werden, er läuft Ende 2018 aus.

Von Holger Boden

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