Zeithorizont 2025

Die Annahmestelle und die Sortierhalle an der Wesendorfer Deponie herrscht fünf Jahre nach dem Ende der Einlagerung weiter rege Betriebsamkeit.

Wesendorf - Von André Pohlmann. Wer als Privatperson im Nordkreis Müll zu entsorgen hat, der in die Mülltonne nicht hinein passt oder einfach nicht hinein gehört, bringt ihn nach Wesendorf. Dabei ist doch die Deponie seit 2005 geschlossen. Das IK fragte bei Martin Otto von der Abfallwirtschaft der Landkreis-Verwaltung und Deponie-Betriebsleiter Erich Brehme von der Firma Remondis nach, was sich fünf Jahre nach Ende der Abfalleinlagerung heute auf dem Areal noch tut.

Mit dem Ende der Einlagerung endete keineswegs die Bewirtschaftung der Deponie, erläutert Brehme. Beschäftigt ist man unter anderem mit der Klärung des Sickerwassers sowie mit der Bewirtschaftung der Deponie für die Gewinnung des Methangases, das in der Deponie frei wird. Dies wird seit vergangenem Jahr in einem Blockheizkraftwerk auf dem Gelände zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt. Erst wenn kein Gas mehr entsteht und das Sickerwasser sauber ist, kann die Deponie endgültig stillgelegt werden, so Brehme. Dieser Zeithorizont reiche bis 2025.

Privater Hausmüll, der per Selbstanlieferung in Wesendorf ankommt, wird – wie übrigens sämtlicher Rest- und Sperrmüll aus dem Landkreis – zur Verbrennung im Müllheizkraftwerk Rothensee bei Magdeburg gebracht. Er macht sich von der Umschlagstelle in Gifhorn am Allerkanal auf den rund 125 Kilometer langen Weg, erläutert Abfallwirtschaftler Otto. Gewerbetreibende müssen ihren Restmüll übrigens grundsätzlich zur Umschlaganlage nach Gifhorn anliefern und werden in Wesendorf zurückgewiesen.

Ein neues, großes Betätigungsfeld an der Deponie ist die Annahme und Entsorgung von Elektroschrott. Ausgemusterte Röhrenfernseher, die offenbar in vielen Haushalten mit modernen Geräten ausgetauscht werden, machen hier derzeit einen großen Posten aus, weiß Otto. Rege Betriebsamkeit herrscht auch in der Sortierhalle der Firma Remondis. Zwar werde dort mangels Auftrag zurzeit kein Verpackungsmüll sortiert, aber die Papiersortierung laufe mit steigendem Volumen, so Brehme. Ziel der Abfallverwertung sei die Kreislaufwirtschaft, sagt Otto. Steigende Rohstoffpreise machen die Wiederverwertung wirtschaftlich immer attraktiver. Auch in der Wesendorfer Deponie verbirgt sich Metall und andere mehr oder weniger begehrte Materialien – allerdings völlig unsortiert. Diese Schätze tatsächlich einmal zu heben, hält Otto derzeit noch für Science Fiction. Anderseits habe schon die Vergangenheit gezeigt, dass Entwicklungen in der Entsorgung oft gar nicht absehbar seien.

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