Weniger Windenergieanlagen zugunsten von Artenschutz und freier Sicht

Zahrenholz 01 wird 40 Prozent kleiner

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Das Potenzialgebiet Zahrenholz 01 wurde zugunsten des Artenschutzes und der Wohnqualität verkleinert. Von den ursprünglich geplanten 396 Hektar sind nun noch 182 Hektar (karierte Flächen) übrig.

Groß Oesingen. Das Potenzialgebiet Zahrenholz 01 gehörte mit seinen ursprünglich vorgesehenen 396 Hektar zu den größeren Potenzialgebieten für Windkraftnutzung im Isenhagener Land.

Der Regiorenalverband Großraum Braunschweig hat nun die Ergebnisse der jüngsten Offenlegung bekannt gegeben. Das Potenzialgebiet Zahrenholz 01 ist dabei um 40 Prozent auf gut 182 Hektar zusammengeschrumpft.

Grund dafür sind die Belange von Mensch und Tier. Denn in der ursprünglichen Version würde das Gebiet eine zu starke Längsausdehnung aufweisen und zersplittert wirken. Daher wurde diese Ausdehnung auf maximal vier Kilometer begrenzt, kleinere Splitterflächen entfielen.

Für die Ortschaft Zahrenholz wäre durch die Aufstellung der ursprünglich geplanten Windkraftanlagen mehr als die Hälfte des Horizonts verdeckt worden. Dies ist nach Ansicht des Regionalverbandes nicht zumutbar, maximal ein Drittel dürfe bedeckt sein. Auch könnte der Schattenwurf in Zahrenholz und Mahrenholz zu Beeinträchtigungen führen. Dies sei den Anwohnern ebenfalls nicht zumutbar – die Flächen schrumpfen also weiter. Auch auf Steinhorst könnten bei tief stehender Sonne im Winter Schatten fallen. Dies hielt der Regionalverbund jedoch für zumutbar, zumal nur wenige Häuser betroffen seien.

Rotmilan, Seeadler, Schwarzstorch und Kranich: Für alle diese Arten ist das Potenzialgebiet Zahrenholz 01 entweder Brut- oder Nahrungshabitat. Zur Vermeidung unüberwindbarer artenschutzrechtlicher Konflikte wurde die Potenzialfläche im Norden und Westen umfänglich verkleinert. Davon profitiert auch das an die ursprüngliche Potentialfläche angrenzende Naturschutzgebiet Jafelbach.

Zu der Änderung des Regionalen Raumordnungsprogrammes (RROP) wird es noch einen nichtöffentlichen Erörterungstermin mit Trägern öffentlicher Belage geben, wie Gisela Noske, Pressesprecherin des Regionalverbandes, auf IK-Anfrage mitteilte. „Eventuell werden dann noch Änderungen eingearbeitet, bevor im Mai die Verbandsversammlung über das Gesamtpaket abstimmt“, erklärte Noske. „Einzelflächen werden dabei nicht thematisiert.“ Anschließend müsse die Satzung durch das Amt für Regionale Landesentwicklung genehmigt werden. „Im Best-case-Szenario können Investoren also voraussichtlich im Spätsommer einen entsprechenden Antrag beim Landkreis Gifhorn stellen“, so Noske.

Von Dennis Klüting

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