Wesendorf: Schulausschuss will Landkreis Gifhorn bei der Suche nach Gesamtschulstandort helfen

„Wir verweigern uns nicht“

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Wesendorf. Der Sitzungssaal im Wesendorfer Rathaus war am Donnerstagabend gut gefüllt. Auf der Tagesordnung stand schließlich ein wichtiges Thema: Die Einrichtung einer zweiten Gesamtschule im Landkreis Gifhorn.

Ins Spiel kommt dabei auch die Samtgemeinde Wesendorf, indem sie den Landkreis bei der Suche nach einem geeigneten Standort unterstützen will. Zudem stimmt sie laut Beschlussvorschlag zu, dass der Landkreis das Schulzentrum Wesendorf als möglichen Standort überprüfen darf. „Wir verweigern uns nicht, aber wollen erst dann eine Entscheidung treffen, wenn es konkret wird ob Wesendorf als Standort in Frage kommt. Die Fakten müssen dafür sprechen“, machte Samtgemeindebürgermeister Walter Penshorn deutlich.

Denkbar wäre ein Start einer Gesamtschule mit fünf Klassen im Schulzentrum Wesendorf. Unterrichts- und Fachräume entsprächen zum Beispiel den Anforderungen. „Wir haben schon Gespräche mit der Oberschule geführt. Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen“, betonte Penshorn. Und besonders dabei sieht Rektorin Ursula Kreft noch erhebliche Zweifel. „Der Weg ist beschwerlich. Wir brauchen eure Unterstützung und möchten, dass unsere Arbeit gesehen und gewürdigt wird. Denn es ist wirklich Mehrarbeit, die wir leisten müssten“, signalisierte Kreft. Sie betonte jedoch auch, dass sie hinter einer Gesamtschule stehe.

„Gute Chancen“ sieht Bürgermeister Siegfried Weiß für Wesendorf in diesem Poker. „Im Schulbereich liegen wir sehr zentral. Wir müssen jedoch verhindern, dass keine Schule leer steht und müssen zusätzlichen Schulraum schaffen. Denn das wäre teuer“, so Weiß. Es mache wenig Sinn, betonte Ausschussvorsitzender Herbert Pieper (CDU). Er lenkte den Blick während der Debatte auf einen weiteren wesentlichen Punkt: die Schülerbeförderung. „Es ist sinnlos, Schüler kreuz und quer durch den Landkreis zu befördern. Denn das geht zu Lasten der Kinder. Darüber sollte der Landkreis nachdenken.“ Piepers Parteikollege Ewald Heers äußerte sich zu diesem Punkt ebenfalls bedenklich. „Wollen wir das oder nicht, diese Frage müssen wir uns zuerst stellen.“

Elternvertreterin Babette Bielke findet den Ansatz einer Gesamtschule in Wesendorf „ganz gut“. Allerdings hätte sie sich eine andere Vorgehensweise gewünscht. „Es wäre besser gewesen, man hätte erst eine Gesamtschule an der Oberschule eingeführt.“

Von Volker Althoff

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