Feuerwehrbedarfsplan: 8 Millionen Euro in den nächsten Jahren geplant / Viel Personal ist da

Wesendorfer Wehren für Zukunft ausrüsten

Ein wichtiger Punkt im Feuerwehrbedarfsplan: das Feuerwehrgerätehaus in Wesendorf. Ein Neubau wird erforderlich werden, dieser soll etwa 4,5 Millionen Euro kosten (Foto aus Vor-Corona-Zeiten).
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Ein wichtiger Punkt im Feuerwehrbedarfsplan: das Feuerwehrgerätehaus in Wesendorf. Ein Neubau wird erforderlich werden, dieser soll etwa 4,5 Millionen Euro kosten (Foto aus Vor-Corona-Zeiten).

Wesendorf – Das Positive nahm Brandschutzingenieur Manfred Fennen bei der Sitzung des Wesendorfer Feuerwehrschutzausschusses gleich vorweg: „Es war eine tolle Zusammenarbeit mit der Verwaltung und Feuerwehr."

Viele interessierte Zuhörer aus den Wehren der Samtgemeinde hatten sich am Donnerstagabend im Rathaus eingefunden, um den Bericht von Fennen zu verfolgen. Er stellte den Feuerwehrbedarfsplan vor, der die Wehren auf die nächsten zehn Jahre einstellen soll.

Eine der wichtigsten Nachrichten, von denen Fennen berichten konnte: „Ich erlebe es häufig, dass Wehren nicht genug Personal haben. In der Samtgemeinde sind jedoch alle Wehren gut aufgestellt.“ Lediglich einige Atemschutzträger würden fehlen, was sich jedoch über Lehrgänge ohne Weiteres beheben ließe. Wichtig sei, dass die Wehren das von der Politik vorgegebene Schutzziel erreichen, welches bei 80 Prozent liege. Denn die Wehren müssen bei einem Wohnungsbrand in vier von fünf Fällen innerhalb von 10 Minuten vor Ort sein. Auch hier seien die Wehren bereits ohne Problem im Rahmen.

Die Abdeckung durch die Feuerwehr ist flächendeckend sichergestellt. Im Bereich der Ausrückradien gibt es sogar viele Überschneidungen. Die Samtgemeinde könne dies so beibehalten, oder wenn gewünscht, Wehren zusammenlegen und Standorte reduzieren. Fennen spricht sich jedoch dagegen aus – dies führe häufig dazu, dass Personal verloren gehe.

Fennen ging auf die Risikokategorien ein, die sich für jede Ortsfeuerwehr unterscheiden. Beispielsweise bedingen die B 4 und der Elbe-Seiten-Kanal höhere Kategorien in mancher Ortswehr. Aus der Analyse ergaben sich mehrere Punkte, die die Samtgemeinde nun in den nächsten Jahren umzusetzen hat:

• Die Ortsfeuerwehr Groß Oesingen soll zur Stützpunkfeuerwehr aufgewertet werden. Dazu wird zusätzliche Ausstattung benötigt, unter anderem ein Tanklöschfahrzeug, das dann einen Unterstellplatz braucht.

• Das Feuerwehrgerätehaus in Wesendorf muss neu gebaut werden. Die Wesendorfer Feuerwehr soll zudem ein Logistikfahrzeug GW L2 mit 2000 Meter B-Schlauch erwerben und unterbringen, wofür das Gerätehaus aktuell nicht ausgelegt ist.

• An Bestandsgebäuden in den Gemeinden müssen teilweise Aus- und Anbauten stattfinden.

• Bei der Wehr in Wahrenholz soll ein Mehrzweckboot stationiert werden.

• Überalterte Fahrzeuge müssen in den kommenden Jahren repariert werden.

• Für Umwelteinsätze müssen neun Stück Wechselkleidung sowie sechs CSA-Anzüge bereitgestellt werden. Im Bereich der Schutzkleidung soll eine Reserve geschaffen werden, insbesondere für Atemschutzträger.

Samtgemeindebürgermeister René Weber erläuterte nach dem Vortrag, dass die Verwaltung diese Punkte bereits geprüft und eine Kostenermittlung erstellt habe. Er geht davon aus, dass insgesamt 7,93 Millionen Euro nötig sind, um alle Punkte abzudecken. Größter Kostenpunkt ist das neue Gerätehaus in Wesendorf, welches mit 4,5 Millionen Euro zu Buche schlagen dürfte. Fennen erklärte: „Viele dieser Kosten wären auch ohne den Bedarfsplan angefallen, beispielsweise was die Fahrzeuge angeht.“

Weber ergänzte, dass viele der Punkte und Kosten tatsächlich keine Überraschung für die Samtgemeinde sind. Lediglich das Mehrzweckboot habe man so nicht auf dem Schirm gehabt, welches wohl 16 500 Euro kosten wird.

Jürgen Hildebrandt (SPD) sagte: „Es ist auf jeden Fall ein positiver Aspekt, dass wir von einem Experten gehört haben.“ So könne man nun zielgerichtet investieren. Weber schloss sich dem an: „So sind wir auf der sicheren Seite.“

Dem folgte anschließend das Gremium und empfahl bei einer Enthaltung, dass dem Feuerwehrbedarfsplan dann in der nächsten Sitzung des Rates der Samtgemeinde Wesendorf verabschiedet wird. VON MAX A. MORRISON

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